Hörempfehlung – Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Co-Leitung unseres Forschungsbereichs, zu Gast bei radioeins 

Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Co-Leitung unseres Forschungsbereichs, war zu Gast bei radioeins und hat die zentralen Einsichten der von ihr und Marina Chernivsky geleiteten Studie »Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023 – Auswirkungen auf jüdische und israelische Communities in Deutschland« vorgestellt und deren Handlungsempfehlungen auch im Hinblick auf die Koalitionsbildung nach der Wahl in Berlin eingeordnet.  

Das Forschungsziel dieser bundesweiten qualitativen Studie war es, die Auswirkungen des Terrors am 7. Oktober 2023 auf die jüdischen und israelischen Communities in Deutschland zu untersuchen. Dabei lag der Fokus sowohl auf den Selbstthematisierungen des Erlebens und den Deutungen des terroristischen Anschlags als gruppenbezogene, kollektive Gewalt als auch auf deren Auswirkungen auf den Alltag und das Wohlbefinden von Jüdinnen_Juden in Deutschland. 

Zitat: „Wir haben die Studie offen angelegt, ganz offen gefragt: Was bedeutet für Sie, für dich der 7. Oktober? Und bemerkenswert ist, wie ähnlich Menschen trotz ihrer ganz unterschiedlichen sozialen Hintergründe geantwortet haben. Immer wieder wurde der 7. Oktober selbst als tiefe Zäsur, als Einbruch beschrieben. Er wird aber auch kontextualisiert mit früheren Erfahrungen. Beispielsweise nehmen Menschen Bezug auf den Ukraine-Krieg, den Beginn des Angriffs gegen die Ukraine, von dem viele Juden und Jüdinnen in Deutschland auch sehr direkt betroffen sind. Israelis nehmen oft Bezug auf die Erfahrung der Intifada in den 90ern. All diese lebensgeschichtlichen Verknüpfungen werden mit der Überwältigung des 7. Oktobers verbunden.“

Link: https://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_profis/archivierte_sendungen/beitraege/drei-jahre-nach-dem-7–oktober–folgen-fuer-juedische–und-israe.html