Leseempfehlung – Marina Chernivsky (2025) Qualitätsmerkmale antisemitismuskritischer Bildung

Leseempfehlung – Marina Chernivsky (2025) Qualitätsmerkmale antisemitismuskritischer Bildung, in Profession. Journal für politische Bildung 1/2025, Hrsg. Bundesausschuss politische Bildung, Wochenschau Verlag. S. 50 – 54

Antisemitismuskritische Bildung braucht einen Perspektivwechsel – und Qualitätsmerkmale. Was macht antisemitismuskritische Bildung jedoch aus? Und woran lässt sie sich messen? Antisemitismus ist kein Randphänomen – er wirkt auch im Alltag von Bildungseinrichtungen. Doch allzu oft bleibt Antisemitismus unsichtbar oder wird auf Einzelfälle reduziert. Marina Chernivsky zeigt in ihrem aktuellen Beitrag: Antisemitismuskritische Bildungsarbeit braucht Qualitätsstandards, die genau hier ansetzen.
Die Erfahrungen jüdischer Schüler*innen machen sichtbar, was oft verdrängt wird: Schule ist selten ein sicherer Ort. Sie berichten von Beschimpfungen, Bedrohungen und institutioneller Ignoranz – bis hin zur Verleugnung jüdischer Präsenz durch Lehrkräfte. 
Antisemitismuskritische Bildung muss daran gemessen werden, ob sie diese Realitäten anerkennt und ihnen begegnet – strukturell, reflexiv und professionell. Dazu gehört: Räume für Selbstreflexion zu schaffen, antisemitische Reproduktionen zu stoppen, Emotionen zu adressieren und jüdische Perspektiven einzubeziehen. Antisemitismuskritische Bildung braucht Qualitätsmerkmale – und die Bereitschaft, das eigene pädagogische Handeln daran zu prüfen.