Fortbildung »Umgang mit Antisemitismus in Forschung und Lehre«

Anmeldung: Eine Anmeldung ist für das Hochschulpersonal aus Wissenschaft und Lehre der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel über den Katalog möglich.     

Schon vor dem 7. Oktober berichteten viele Studierende und Lehrende von Antisemitismus an Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland. Doch seit dem 7. Oktober hat sich Antisemitismus an vielen Universitäten nochmals erheblich verschärft. Viele Juden_Jüdinnen erwägen ihr Studium abzubrechen oder die Universität als Arbeitsplatz aufzugeben.   

Nicht wenige Lehrende fragen sich nunmehr, wie sie mit Antisemitismus in eigenen Lehrveranstaltungen umgehen sollen. Gerade wenn es um Antisemitismus im Kontext des sogenannten Nahostkonflikts geht, fühlen sich viele unsicher. Was ist israelbezogener Antisemitismus? Was für Grenzen setzt das Neutralitätsgebot?   

Auf der eintägigen Fortbildung haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich selbstreflexiv und dialogorientiert mit Antisemitismus in Forschung und Lehre auseinanderzusetzen. Mittels selbst- und gesellschaftsreflektierender bzw. praxisorientierter Methoden werden Impulse für einen wirksamen Umgang mit Antisemitismus an Universitäten gesetzt, bei dem der Schutz von Betroffenen im Vordergrund steht. Neben der Arbeit mit konkreten Fällen, umfasst die Fortbildung weitere interaktive Übungen. Wir begreifen Antisemitismus nicht nur als ein Problem der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften, sondern möchten alle Hochschullehrenden zur Auseinandersetzung einladen. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.  

Der Workshop findet in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt.  

Referent*innen: Alexander Vasmer und Lea Güse (Kompetenzzentrum)  

Fachveranstaltung »Antisemitismus – eine Herausforderung für die Kita? Fachveranstaltung für Kitaleitungen«

Anmeldung: Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 12. März 2025 per Mail an: veranstaltung@annefrank.de. Geben Sie dabei Ihren Namen, Ihre Institution und Ihre Funktion an.

Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich speziell an Kitaleitungen. Sie bietet Raum für Impulse zur antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Praxis, die Entwicklung neuer Perspektiven und den Austausch über pädagogische und institutionelle Handlungsspielräume. 

Zur Fachveranstaltung: Die frühe Bildung folgt in ihrer Ausrichtung unter anderem den Kinderechten und dem Anspruch des diskriminierungsfreien Aufwachsens aller Kinder. So ist es wichtig, dass Fachkräfte auch den Umgang mit Antisemitismus in ihr Professionsverständnis integrieren, damit Kitas auch für jüdische Kinder und ihre Familie sicherer werden. 

Allerdings erschließt sich die Notwendigkeit Antisemitismus als Herausforderung für die Arbeit in Kindertagesstätten zu betrachten, oftmals nicht auf den ersten Blick. Antisemitismus wird gesellschaftlich oft übersehen, als unbedeutend abgetan oder von einer nicht-jüdischen Mehrheit ausschließlich mit dem Nationalsozialismus und der Shoah in Verbindung gebracht. Diese Perspektive blendet jedoch aus, dass Antisemitismus – bewusst oder unbewusst – auch in der Gegenwart wirkt und alle an und in Kita Beteiligte darin involviert sind.  

Workshop »Antisemitismus in Kindertagesstätten«, 10.30 – 15.15 Uhr, mit Romina Wiegemann und Lea Güse

Im Workshop, beschäftigen wir uns mit den Fragen: 

  • Was ist Antisemitismus? 
  • Wie zeigt sich Antisemitismus in der Kita? 
  • Wie wird mit Antisemitismus in der Kita umgegangen? 
  • Inwiefern werden die diversen Lebenswelten jüdischer Kinder berücksichtigt?  

Antisemitismus in Kindertagesstätten ist eine vielschichtige Herausforderung, der noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erfahrungen aus der Bildungsarbeit und der Beratung von betroffenen Familien weisen darauf hin, dass ein antisemitismus- und diskriminierungskritischer Blickwinkel auf die Einrichtungen frühkindlicher Bildung, der alle daran Beteiligten (Kita- und Trägerleitungen, Erzieher*innen, Eltern und Kinder) miteinschließt, dringend erforderlich ist. 

Antisemitismus zeigt sich in der Kita nicht nur in Form institutioneller Ein- und Ausschlusspraktiken, sondern tritt auch als bewusst und unbewusst wirkendes Gewaltverhältnis zu Tage. In der Identitätsentwicklung jüdischer Kinder spielen diese frühen Lebensjahre, in denen sie sich erstmalig Fragen nach Repräsentation, Differenz, Zugehörigkeit und Sicherheit stellen, eine entscheidende Rolle.
Das Angebot bietet Fach- und Führungskräften aus Kindertageseinrichtungen die Gelegenheit einer antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Arbeitsformen, mit dem Ziel, die pädagogischen und institutionellen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und Perspektiven der von Antisemitismus betroffenen Kinder und Familien in den Mittelpunkt zu stellen. 

Zu der Fachveranstaltung »Antisemitismus – eine Herausforderung für die Kita?« lädt das Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Anne Frank Zentrum, dem ANOHA – die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin, dem Institut Kinderwelten, dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) und der Beratungsstelle OFEK e. V. alle interessierten Kitaleitungen ein. 

Referent*innen Workshop: Romina Wiegemann und Lea Güse (Kompetenzzentrum) 

Workshop »Antisemitismus? Gibt´s hier nicht! Oder etwa doch?«

Datum: 03.04.2025 und 04.04.2025, 09:30 – 17:00 Uhr und 09:00 – 16.30 Uhr

Anmeldung: für Lehrkräfte aus Rheinland-Pfalz ist hier möglich.   

Antisemitismus manifestiert sich tagtäglich in unterschiedlichen Erscheinungsformen. In der Schule, so zeigen es auch aktuelle Studien des Kompetenzzentrums, offenbart sich Antisemitismus als systemische Herausforderung und bleibt dennoch oftmals unbearbeitet. Ein professioneller Umgang muss daher mehr umfassen als eine schüler*innenzentrierte Problematisierung. Das im Zentrum der Fortbildung stehende Unterrichtsmaterial bietet Lehrer*innen daher einerseits die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung und Einordnung von Antisemitismus zu schärfen und die individuelle Interventionskompetenz zu erweitern. Andererseits bietet das Unterrichtsmaterial auch die Chance, Antisemitismus anhand von konkreten Fällen mit Schüler*innen besprech- und bearbeitbar zu machen. Die Funktionen von Antisemitismus und seine Wirkung auf Betroffene, insbesondere im Kontext Schule, stehen dabei im Vordergrund. Die 1,5 tägige Fortbildung bietet den Teilnehmer*innen eine kompakte Möglichkeit, das Unterrichtmaterial (entwickelt vom Kompetenzzentrum und dem German Desk der International School of Holocaust Studies Yad Vashem) kennenzulernen und mit Qualitätskriterien vertraut zu werden, die für eine professionelle Anwendung mit den Schüler*innen essenziell sind. Das Unterrichtsmaterial wird für den Einsatz ab der 8. Klassenstufe empfohlen. 

Die Fortbildung findet in Kooperation mit dem ILF – Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung in Mainz statt. 

Referent*innen: Romina Wiegemann und Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)

Fortbildung »Verwaltung für alle – Diversitätsorientiertes Arbeiten in Verwaltungen stärken«

Anmeldung: Die Fortbildung ist nicht öffentlich.  

Das Seminar nimmt die Pluralität unserer Gesellschaft in den Blick und thematisiert vorhandene Ungleichheiten und Konfliktlinien. Gemeinsam mit Mitarbeitenden in Verwaltungen wenden wir uns diesen Herausforderungen zu und wollen auf der persönlichen und strukturellen Ebene Antworten finden. Mitarbeitende in Verwaltungen sind durch ihren Arbeitsalltag und ihrer Rolle als Verantwortliche, Initiatoren, Entscheidungsträger und Ansprechpersonen für sehr unterschiedliche und teilweise auch marginalisierte Gruppen direkt im Kontakt mit gesellschaftlichen Konfliktfeldern und erleben deren Auswirkungen oftmals sehr direkt. Für die Entwicklung einer differenzsensiblen und diskriminierungskritischen Praxis braucht es Zeit und Raum, um die eigene Herangehensweise, die vorhandenen Angebote, Abläufe und Strukturen wertschätzend und selbstkritisch in den Blick zu nehmen und mit den Bedarfen der unterschiedlichen Zielgruppen in Einklang zu bringen. 

Inhalte 

Ein zentraler Schwerpunkt diversitätsorientierter Arbeit in Verwaltungen ist die Etablierung eines diskriminierungssensiblen Raums, der offen steht für alle Kundinnen und Kunden, Rat- und Unterstützungssuchenden, Antragstellenden aber auch für die Mitarbeitenden selbst unabhängig bspw. von ihrer Religion, Herkunft, ihren körperlichen Fähigkeiten, ihrer Geschlechtsidentität oder ihrer sexuellen Orientierung. Wie genau dies erreicht werden kann und was Mitarbeitende in Verwaltungen, aber auch Verwaltungen als öffentliche Institutionen selbst dafür brauchen, wird im Seminar besprochen. 

Seminarziele: Sie können nach dem Seminar … 

  • Verständnis von Diversitätsorientierung im Hinblick auf eigenes Arbeitsfeld und Zielgruppen entwickeln sowie Fragen zur Gewährleistung von Diskriminierungsschutz formulieren 
  • unterschiedliche Lebenslagen, Ausgangsbedingungen und Ausgrenzungserfahrungen von Kundinnen und Kunden in der Verwaltungsarbeit wahrnehmen sowie einseitige Bilder und Zuschreibungen, die mit diesen Lebensrealitäten oftmals verknüpft werden, erkennen 
  • Ressourcen, Fähigkeiten und Strategien von Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitenden im Hinblick auf gesellschaftliche Pluralität in den Blick nehmen und unterstützen 
  • die eigenen professionellen Handlungsoptionen erweitern sowie individuelle und strukturelle Hindernisse von Diversitätsorientierung identifizieren 

Methoden 

Aufstellungsmethoden, Kollegiale Fallberatung, Kleingruppenarbeit, Diskussionen, Einsatz von Medien 

Die Fortbildung ist eine Kooperation des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung im Rahmen des Projekts »Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen« und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit »DenkBunt«. 

Referent*in: Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)

Fortbildung »Diversitätsorientierte Jugendarbeit – Gesellschaftlicher Pluralität in der Kinder- und Jugendhilfe gerecht werden«

Anmeldung: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.  

Der Bildungsbaustein nimmt die Pluralität unserer Gesellschaft sowie die darin vorhandenen Ungleichheiten und Konfliktlinien in den Blick. Wir fragen gemeinsam mit den Fachkräften der Jugend- und Sozialarbeit danach, was bestärkende individuelle und strukturelle Antworten auf diese Herausforderungen sein können. Pädagog*innen in der Kinder- und Jugendhilfe sind durch ihre Zielgruppen und Arbeitsaufträge sehr direkt und unvermittelt mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Ungleichverhältnissen konfrontiert, hierzu gehört auch das Erleben und der Umgang mit Diversität im persönlichen wie im beruflichen Umfeld. Für die Entwicklung einer differenzsensiblen und diskriminierungskritischen Praxis braucht es Zeit und Raum, um die eigene Herangehensweise, die vorhandenen Angebote und Strukturen wertschätzend und selbstkritisch in den Blick zu nehmen und mit den Bedürfnissen und Bedarfen der Klient*innen immer wieder in Einklang zu bringen. 

Inhalte 

Angesichts gesellschaftlicher Zuspitzungen und Konflikte stellt sich die Frage einer stärkeren Diversitätsorientierung und eines wirksamen Diskriminierungsschutzes. Fragen wie: In welcher Weise kann es uns gelingen ein diskriminierungsarmes und wertschätzendes Klima in unserer Einrichtung zu etablieren? Wie können wir Diskriminierung und Gewalt vorbeugen und alle Beteiligten darin stärken, dieses Klima zu erhalten? Wie können Gruppenidentitäten und individuelle Besonderheiten aller Klient*innen einbezogen werden? Wie können bestimmte Zielgruppen besser erreicht und wie können die Angebote besser auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten werden? 

Ein zentraler Schwerpunkt diversitätsorientierter Kinder- und Jugendarbeit ist die Etablierung eines inklusiven, diskriminierungskritischen und vor allem bestärkenden Lern- und Lebensumfeld für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig bspw. von ihrer Religion, Herkunft, ihren körperlichen Fähigkeiten, ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung. Wie genau dies erreicht werden kann und was Fachkräfte, aber auch Einrichtungen dafür brauchen, soll beispielhaft im Seminar besprochen werden. 

Seminarziele 

Sie können nach dem Denk Bunt-Seminar: 

  • Diversität der Zielgruppen anerkennen 
  • gängige Ressentiments, individuelle und strukturelle Hindernisse von Diversitätsorientierung identifizieren 
  • unterschiedliche Lebenslagen, Ausgangsbedingungen und Ausgrenzungserfahrungen der Kinder und Jugendlichen in der eigenen Einrichtung/Arbeitspraxis fokussieren 
  • Ihre jeweiligen Arbeitsformen, Angebote und Ansprachen diversifizieren 
  • Ausgrenzung und Diskriminierung erkennen 
  • Vorfälle identifizieren 
  • Diskriminierungsschutzmaßnahmen anleiten 
  • Intervisionsmöglichkeiten anwenden bzw. planen 
  • Empowerment-Maßnahmen initiieren 
  • Netzwerke bilden bzw. Kooperationspartner suchen, die in diesen Feldern arbeiten und Unterstützung anbieten 

Methoden 

Aufstellungsmethoden, Kollegiale Fallberatung, Kleingruppenarbeit, Diskussionen, Einsatz von Medien, Vorstellung pädagogischen Materials 

Die Fortbildung ist eine Kooperation des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung im Rahmen des Projekts »Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen« und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit »DenkBunt«. 

Referent*innen: Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)

Workshop »Projektionsfläche Israel. Antisemitische Kontinuitäten im israelbezogenen Antisemitismus« im Rahmen der Veranstaltung der Bundeszentrale der politischen Bildung »Antisemitismus in der Krise« (24./25.02.2025)

Anmeldung

Link zur Veranstaltung

Die seit Jahrhunderten währende Kontinuität des Antisemitismus lässt sich nur auf Basis seiner spezifischen Eigenschaften begreifen und weist ein hohes Maß an Wandelbarkeit sowie dynamischer Anpassungsfähigkeit auf. Auch der israelbezogene Antisemitismus blickt auf eine lange Geschichte zurück, die nicht erst mit der Gründung des Staates Israel ihren Eingang findet. Alte antisemitisch aufgeladene Vorstellungen über Jüdinnen_Juden prägen den Blick auf den jüdischen Staat dabei in erheblicher Weise mit und manifestieren sich gewaltvoll. Der Workshop lädt Teilnehmende dazu ein, sich mit Funktionen und Wirkungen dieser Dimension von Antisemitismus auseinanderzusetzen und sich über Gelingensbedingungen und Fallstricke in der pädagogischen Praxis auszutauschen. 

Der Workshop findet im Rahmen der Fachtagung »Antisemitismus in der Krise Entwicklungen, Auswirkungen, Gegenstrategien« der Bundeszentrale für politische Bildung in Mannheim statt. 

Referent*innen: Henning Gutfleisch und Lea Güse (Kompetenzzentrum)

Workshop »Handlungsoptionen im Umgang mit Antisemitismus und Rassismus«

Anmeldung: ist leider nicht möglich. 

»Erkennen Sie Antisemitismus?«, »Welche Möglichkeiten haben Sie als pädagogische Fachkraft auf antisemitische und rassistische Sprachhandlungen professionell zu reagieren?« und »Wie können Sie Betroffene von Antisemitismus und Rassismus unterstützen?«. Spätestens durch den terroristischen Angriff der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung am 7. Oktober 2023 und den im Nachgang in Deutschland sich verstärkt zeigenden Antisemitismus sind diese Fragen in die Lebenswelten von Menschen eingedrungen, selbst wenn sie und ihre Familien nicht persönlich davon betroffen sind. Die zweitägige Fortbildung des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung ermöglicht den Teilnehmenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus und hat zum Ziel, Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungssicherheit im Umgang mit den beiden Phänomenen zu erlangen.    

Folgende Themen werden im Workshop bearbeitet: 

1. Diskriminierung professionell begegnen 

Wie weit reicht in Deutschland die Meinungsfreiheit und wo liegen ihre Grenzen? Erwerb von Argumentations- und Handlungskompetenzen in der Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Einstellungen und Aussagen.  

2. Was ist Antisemitismus?    

Über viele Jahre wurde Antisemitismus in Deutschland als ein historisches und somit vergangenes Phänomen betrachtet. Jedoch sind antisemitische Ressentiments auch heute noch weit verbreitet und haben Auswirkungen auf den Alltag von Betroffenen. Seit dem 7. Oktober 2023 kommt es – neben dem Bedarf an Einordnung – verstärkt zu antisemitischen Vorfällen, im Privaten, im öffentlichen Raum und an Arbeitsplätzen wie auch an Schulen. Im Workshop ergründen wir gemeinsam, wie sich Antisemitismus aktuell ausdrückt und erarbeiten uns eine Grundlage, um das Phänomen wahrnehmen und deuten zu können. Dabei richten wir den Blick auch auf uns selbst und reflektieren eigene Bezüge zu und Erfahrungen mit dem Thema Antisemitismus.     

3. Antisemitismus und Rassismus: Zwei unterschiedliche Phänomene?   

Oft werden die beiden Phänomene Antisemitismus und Rassismus zusammen verhandelt, verglichen und teilweise sogar gleichgesetzt. In unserem Workshop wollen wir uns auch diesen Fragen widmen. Denn Antisemitismus und Rassismus sind eng miteinander verknüpfte gesamtgesellschaftliche Phänomene, die sich tagtäglich als Gewalt und Diskriminierung manifestieren. Und trotz historischer und aktueller Verschränkungen lohnt der Blick auf die jeweils spezifischen Funktionen und Wirkweisen, die sowohl Antisemitismus als auch Rassismus bedingen und aufrechterhalten. Wir möchten Raum für Diskussion und Einordnung bieten und uns mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Antisemitismus und Rassismus auseinandersetzen.     

4. Israelbezogener Antisemitismus  

Im Lichte des andauernden Krieges in Israel und Gaza infolge des terroristischen Angriffs der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung zeigt sich Antisemitismus verstärkt in seiner israelbezogenen Dimension. Es herrscht eine Unsicherheit darüber, was israelbezogener Antisemitismus ist und wie er sich von einer legitimen Kritik an der Politik des Staates Israel unterscheidet. In unserem Workshop werden wir uns den diesbezüglichen Fragen widmen, um eine Wahrnehmungs- und Einordnungsfähigkeit zu etablieren.  

5. Wie handle ich gegen Antisemitismus am Arbeitsplatz?    

Wenn es in Institutionen zu antisemitischen Vorfällen kommt, ist dies für die Verantwortlichen häufig überfordernd. Oftmals wird Antisemitismus nicht erkannt, wenn doch relativiert, vor allem die Wirkungen auf Betroffene werden nicht berücksichtigt. Nicht selten kommt es dazu, dass jüdische Personen aufgrund eines nicht erfolgten oder mithin problematischen Umgangs mit Antisemitismus beispielsweise die Schule oder den eigenen Arbeitsplatz verlassen. Um einen sensiblen und professionellen Umgang mit Antisemitismus in der eigenen Institution zu erlangen, werden wir uns mit Handlungsoptionen zur Prävention von und Intervention bei Antisemitismus auf institutioneller Ebene befassen. Im Fokus werden Handlungsmöglichkeiten stehen, die von einer Institution(-sleitung) oder einem gesamten Arbeitsplatzkollektiv ergriffen werden können. Dabei spielen auch Möglichkeiten einer antisemitismuskritischen Organisationsentwicklung eine Rolle.     

Die Fortbildung findet in Kooperation mit »Neues Wohnen im Kiez« statt.  

Referent*innen Judith Steinkühler und Gabi Valaczkay (Projekt »ACT gegen Gewalt« beim Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung)

Workshop »Erfahrung und Struktur: Antisemitismus in Kunst und Kultur«

Anmeldung 

Antisemitismus ist strukturell in alle gesellschaftlichen Bereiche tief eingelassen, so auch in Kunst und Kultur. Tradierte Versatzstücke antisemitischer Ideologie prägen daher auch progressive und sich als diskriminierungskritisch verstehende Räume. Ein historisierendes oder anderweitig verkürztes Verständnis von Antisemitismus in Institutionen führt immer wieder zu problematischen Umgangsweisen und der Ausblendung jüdischer Perspektiven. Menschen, die Antisemitismus erfahren oder kritisieren, geraten nicht selten in die Defensive. Ein adäquater Umgang mit Antisemitismus setzt, wie jeder Umgang mit Gewalt- und Diskriminierungsverhältnissen, eine Auseinandersetzung voraus, die die jeweilige Erfahrungsdimension einschließt. Der Workshop bietet die Möglichkeit, sich (selbst-)reflexiv mit Antisemitismus als Erfahrung und Struktur auseinanderzusetzen und den Umgang damit zu professionalisieren. 

Der Workshop findet im Rahmen der Jahreskonferenz »remember – resist – represent« der Dramaturgischen Gesellschaft e.V. in Nürnberg statt. 

Referent*in: Lea Güse (Kompetenzzentrum) 

Workshop »Gegenwärtiger Antisemitismus: Herausforderungen und Perspektiven«

Termine: 27.01., 29.01. und 10.02.2025, 09:00 – 13:00 Uhr

Anmeldung: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich/Anmeldung abgeschlossen.

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Auseinandersetzung mit aktuellen antisemitischen Narrativen, wie sie sich in digitalen Räumen und institutionellen Strukturen manifestieren. Anhand praxisnaher Fallbeispiele und interaktiver Methoden wird die Wahrnehmung für subtile und offene Formen des Antisemitismus im Verwaltungsalltag geschärft. Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist die Förderung von Selbstreflexion und kollegialem Austausch. Die Teilnehmenden werden ermutigt, ihre eigenen Erfahrungen und Handlungsspielräume kritisch zu hinterfragen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Das Ziel des Workshops ist es, Verwaltungsangestellte zu empowern, aktiv gegen Antisemitismus einzutreten und ein Arbeitsumfeld zu gestalten, das von Respekt und Anerkennung geprägt ist. Dafür werden konkrete Handlungsstrategien erarbeitet und Ressourcen vorgestellt, die eine nachhaltige Umsetzung im beruflichen Kontext ermöglichen.

Der Workshop findet in Kooperation mit dem Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln statt.

Referent*in: Vera Katona (Kompetenzzentrum)

Workshop »Gegenwärtiger Antisemitismus: Herausforderungen und Perspektiven«

Termine: 27.01., 29.01. und 10.02.2025, 09:00 – 13:00 Uhr

Anmeldung: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich/Anmeldung abgeschlossen.

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Auseinandersetzung mit aktuellen antisemitischen Narrativen, wie sie sich in digitalen Räumen und institutionellen Strukturen manifestieren. Anhand praxisnaher Fallbeispiele und interaktiver Methoden wird die Wahrnehmung für subtile und offene Formen des Antisemitismus im Verwaltungsalltag geschärft. Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist die Förderung von Selbstreflexion und kollegialem Austausch. Die Teilnehmenden werden ermutigt, ihre eigenen Erfahrungen und Handlungsspielräume kritisch zu hinterfragen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Das Ziel des Workshops ist es, Verwaltungsangestellte zu empowern, aktiv gegen Antisemitismus einzutreten und ein Arbeitsumfeld zu gestalten, das von Respekt und Anerkennung geprägt ist. Dafür werden konkrete Handlungsstrategien erarbeitet und Ressourcen vorgestellt, die eine nachhaltige Umsetzung im beruflichen Kontext ermöglichen.

Der Workshop findet in Kooperation mit dem Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln statt.

Referent*in: Vera Katona (Kompetenzzentrum)