Marina Chernivsky zu Gast beim Fachtag »Wissen – Haltung – Verantwortung: Hochschulen im Dialog gegen Antisemitismus«

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Antisemitismus zeigt sich heute in vielfältigen Formen – offen, subtil, historisch tradierte Muster aufgreifend oder im Kontext aktueller gesellschaftlicher und politischer Debatten. Besonders der Nahostkonflikt und der Staat Israel sind eine Projektionsfläche für aktualisierte Formen des Antisemitismus. Davon sind auch Hochschulen als Orte des wissenschaftlichen Austauschs und gesellschaftlichen Diskurses nicht ausgenommen. 

Der Fachtag bietet die Möglichkeit, sich zu Fragen und Herausforderungen dieser aktiven Auseinandersetzung an Hochschulen in Niedersachsen auszutauschen, sich hochschul- und themenübergreifend niedersachsenweit zu vernetzen und aktuelle Fragestellungen aus dem Feld der Antisemitismuskritik kennenzulernen und zu diskutieren. Die Teilnehmenden erhalten Impulse zur Weiterarbeit vor Ort, lernen potenzielle Partner*innen und hilfreiche Angebote kennen. 

In unterschiedlichen Foren können jüdische Perspektiven an Hochschulen sowie Best-Practice-Beispiele zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus kennengelernt, unterschiedliche Formen der Verankerung des Themas diskutiert und Unklarheiten bei der Bewertung von Vorkommnissen thematisiert werden. 

Marina Chernivsky hält den Vortrag »Leerstellen, Strukturmerkmale und Herausforderungen im Umgang mit Antisemitismus an Schulen und Hochschulen« und spricht im Forum 2 »Ansätze zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus an Hochschulen: Beratung« mit Dr.in Dana Ionescu und Alexandra Wichmann (OFEK) 

Dies ist eine Veranstaltung der Zentralen Anlaufstelle zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus an Hochschulen in Niedersachsen (Z·A·N) in Kooperation mit der LandesHochschulKonferenz Niederachsen (LHK) und der Leuphana Universität Lüneburg

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS) 

Marina Chernivsky und Lea Güse beim Fachgespräch »Antisemitismus an Schulen – Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen«

Datum: 26.02.2026, 11:00 – 16:00 Uhr

Ort: Magdeburg 

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Aktuelle Studien sowie Lageberichte zu Antisemitismus in schulischen Kontexten zeigen, dass Antisemitismus nicht nur als Vorurteil, sondern als gesellschaftlich verankerte soziale Praxis in schulischen Routinen wirksam ist. Antisemitische Vorfälle sind damit Teil schulischer Wirklichkeit und nicht auf außergewöhnliche Einzelfälle beschränkt. Zugleich verweisen empirische Befunde auf eine verbreitete professionelle Verunsicherung – nicht nur im Hinblick auf pädagogische Handlungsanforderungen, sondern ebenso in Bezug auf Intervention, pädagogische wie auch institutionelle Verantwortung und den Schutz von Betroffenen. Antisemitismuskritische Pädagogik steht damit vor der Herausforderung, historisches Wissen, gesellschaftliche Analyse und (antisemitismuskritische) pädagogische Grundsätze miteinander zu verbinden und institutionell zu verankern.  
Das Fachgespräch diskutierte – ausgehend von der Studie »Antisemitismus im Kontext Schule in Sachsen-Anhalt«, den Jahresberichten der Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt sowie den Beratungsanalysen von OFEK Sachsen-Anhalt – zentrale Herausforderungen schulischen Kontext im Sachsen-Anhalt. Im Fokus standen die Bedarfe eines wirksamen Schutzes von Betroffenen sowie die Implementierung von Qualitätsmerkmalen antisemitismuskritischer Bildung und Beratung als Weiterentwicklung professioneller Handlungsperspektiven.  

Das Fachgespräch wurde u.a. von Marina Chernivsky eröffnet. Sie gab in einem weiteren Vortrag Einblicke in »Antisemitismus im Bildungswesen: Befunde, Reflexionsempfehlungen und Qualitätsmerkmale antisemitismuskritischer Bildung« und schloß den Tag mit einer Reflexion ab. Bei einem Plenumsgespräch diskutierte Lea Güse mit Susanne Riemer-Ranscht (Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA)), Dominic Borchert (Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt) und Maria Schubert (Synagogengemeinde zu Magdeburg) unter der Moderation von Marie-Kristin Batz (RIAS Sachsen-Anhalt).  

Das Fachgespräch ist eine Kooperationsveranstaltung der Beratungsstelle OFEK Sachsen-Anhalt, Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt, des Kompetenzzentrums antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) mit der Unterstützung des Ansprechpartners für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus.  

Referent*innen: Marina Chernivsky und Lea Güse (KOAS) 

Seminar »Antisemitismus der Gegenwart«

Anmeldung: ist gegen die Entrichtung einer Teilnahmegebühr hier möglich.

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Antisemitische Strukturen ziehen sich – teils diffus, teils deutlich ausgeprägt – durch die gesamte Gesellschaft. Zugleich gilt Antisemitismus seitens der nichtjüdischen Mehrheit häufig als schwer greifbares oder in erster Linie erinnerungspolitisches Problem. Demgegenüber steht die Erfahrung von Jüdinnen_Juden. Für viele ist Antisemitismus alltagsprägend. Die Perspektive der Betroffenen offenbart eine Diskriminierungs- und Gewaltordnung von ungebrochener Aktualität.

Das Seminar unternimmt eine, die dominanzgesellschaftlichen Perspektiven dekonstruierende, Annäherung an Kontinuitäten, Brüche und die Vielgestaltigkeit von Antisemitismus. Die Teilnehmer*innen werden darin gestärkt, themenbezogene Ambivalenzen zu erkennen, Wissensbestände neu zu ordnen und Antisemitismus als konkrete Erfahrung für Betroffene in den Mittelpunkt der Betrachtung zu rücken. Das Seminar ist prozesshaft, dialogisch-reflexiv ausgerichtet und richtet sich an alle Interessierten.
Das Seminar wird in Kooperation mit der Akademie Waldschlösschen umgesetzt.

Referent*innen: Romina Wiegemann und Alexander Vasmer (KOAS)

Fortbildung »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur« (2/2)

Termine: 28.04. und 12.05.2026, 10:00 – 13:00 Uhr   

Anmeldung: Fach- und Führungskräfte in den Freiwilligendiensten des Paritätischen können sich über folgenden Link für die Veranstaltung anmelden 

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Antisemitismus ist in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen und stellt für Jüdinnen_Juden eine alltagsprägende Konstante dar. Die fortwährende »Perspektivendivergenz« in der Wahrnehmung und Einordnung von Antisemitismus in der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft trägt, zuweilen ungewollt, zur Aufrechterhaltung antisemitischer Strukturen bei. Antisemitismuserfahrungen werden wiederholt bagatellisiert, entideologisiert und umgedeutet, was einem wirksamen antisemitismuskritischen Handeln entgegensteht. 

Der Online-Workshop »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur« thematisiert Kontinuitäten, Brüche, Leerstellen, Funktionen und Wirkungen des Gegenwartsantisemitismus. Er sensibilisiert für ein erweitertes Verständnis von Antisemitismus als historisch angelegtes Gewalt- und Ungleichheitsverhältnis. Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, ihre Beziehung zu Antisemitismus zu reflektieren und die Traditionslinien des gesellschaftlichen und pädagogischen Umgangs mit Antisemitismus nach 1945 in Verbindung zu bringen. Der Workshop fördert die (Weiter-)Entwicklung einer antisemitismuskritischen Haltung und Praxis. Anhand von Situationsanalysen werden erste Impulse für ein antisemitismuskritisches Handeln gegeben und mögliche Umgangsstrategien diskutiert. 

Der Workshop findet in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Inklusion und Diversität in den Freiwilligendiensten des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (Der Paritätische) statt. 

Referent*innen: Alexander Vasmer und Lea Güse (KOAS) 

Fortbildung »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur« (1/2)

Termine: 28.04. und 12.05.2026, 10:00 – 13:00 Uhr   

Anmeldung: Fach- und Führungskräfte in den Freiwilligendiensten des Paritätischen können sich über folgenden Link für die Veranstaltung anmelden 

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Antisemitismus ist in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen und stellt für Jüdinnen_Juden eine alltagsprägende Konstante dar. Die fortwährende »Perspektivendivergenz« in der Wahrnehmung und Einordnung von Antisemitismus in der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft trägt, zuweilen ungewollt, zur Aufrechterhaltung antisemitischer Strukturen bei. Antisemitismuserfahrungen werden wiederholt bagatellisiert, entideologisiert und umgedeutet, was einem wirksamen antisemitismuskritischen Handeln entgegensteht. 

Der Online-Workshop »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur« thematisiert Kontinuitäten, Brüche, Leerstellen, Funktionen und Wirkungen des Gegenwartsantisemitismus. Er sensibilisiert für ein erweitertes Verständnis von Antisemitismus als historisch angelegtes Gewalt- und Ungleichheitsverhältnis. Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, ihre Beziehung zu Antisemitismus zu reflektieren und die Traditionslinien des gesellschaftlichen und pädagogischen Umgangs mit Antisemitismus nach 1945 in Verbindung zu bringen. Der Workshop fördert die (Weiter-)Entwicklung einer antisemitismuskritischen Haltung und Praxis. Anhand von Situationsanalysen werden erste Impulse für ein antisemitismuskritisches Handeln gegeben und mögliche Umgangsstrategien diskutiert. 

Der Workshop findet in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Inklusion und Diversität in den Freiwilligendiensten des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (Der Paritätische) statt. 

Referent*innen: Alexander Vasmer und Lea Güse (KOAS) 

Fortbildung »Zum Umgang mit Antisemitismus im Museum«

Anmeldung: Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung.  

Antisemitismus ist allen gesellschaftlichen Bereichen präsent, auch wenn es zuweilen gar nicht im Bewusstsein ist – so auch im Museumsbereich. Die Fortbildung will eine Reflexion darüber in Gang setzen, wie Antisemitismus wahrgenommen und eingeordnet wird und welche kollektiv gelagerten Hürden einer produktiven Auseinandersetzung möglicherweise im Wege stehen können. Er bietet Impulse für die Erweiterung des eigenen Antisemitismusverständnisses und fördert einen professionellen Umgang mit Antisemitismus – sowohl als gesellschaftliche Struktur als auch als konkrete Erfahrung von Jüdinnen_Juden. 

Die Fortbildung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis »Museumspädagogik« beim Regionalen Pädagogischen Zentrum Aurich (Ostfriesland) statt.

Referent*innen: Lea Güse und Alexander Vasmer (KOAS) 

Blockseminar »Diversitätsorientierung in Schule, Kita, Jugend- und Sozialarbeit«

Termine:
I. Block: 24.10.2025/25.10.2025
II. Block: 21.11.2025/22.11.2025 
III. Block: 12.12.2025/13.12.2025 
IV. Block: 16.01.2026/17.01.2026 
V. Block: 13.02.2026/14.02.2026 

Anmeldung: Das Angebot richtet sich an Studierende der Erziehungswissenschaften, sowie Studierende mit Lehramtsoption. Die Anmeldung erfolgt über Friedolin, die Seminarverwaltung der FSU.   

Diskriminierungsverhältnisse (wie Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, …) sind strukturell und institutionell tief in der Gesellschaft verankerte Gewaltmechanismen. Um ihnen entgegenwirken zu können ist es von zentraler Bedeutung diese Realität anzuerkennen. Nicht selten steht die Wahrnehmung und Deutung diskriminierender Handlungen und Ereignisse seitens Betroffener in starkem Kontrast zu derjenigen von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft, wobei den Betroffenen ihre Erfahrung und Einordnung abgesprochen wird. Dies führt zu sekundärer Diskriminierung Betroffener und zur Aufrechterhaltung ebenjener Diskriminierungsverhältnisse.

Deshalb ist es unabdingbar, dass Pädagog*innen sowie Jugend- und Sozialarbeiter*innen lernen in der Praxis mit Diskriminierung umzugehen und dabei eine diversitätssensible Haltung einzunehmen. In diesem Kontext spielen auch Themen wie Integration und Inklusion im Sinne einer Teilhabekultur eine zentrale Rolle.  

Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich intensiv und umfassend mit den genannten Themenfeldern auseinanderzusetzen und zielt auf die Entwicklung und Einübung diskriminierungskritischer Haltungen sowie praxisrelevanter Kompetenzen im Umgang mit Diversität in der Schule, anderen pädagogischen Einrichtungen sowie der Jugend- und Sozialarbeit. Die daraus resultierenden Fragen, Anliegen und Bedarfslagen der Teilnehmenden stehen dabei im Mittelpunkt.   

DIE SEMINARMODULE   

  • leiten individuelle Reflexionsprozesse an,   
  • bieten Raum für Austausch und Praxisanalyse,    
  • geben Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu Diskriminierungskritik und diversitätsorientierter Bildung und Erziehung   
  • befähigen zum kritischen Umgang mit gesellschaftlichen Ungleichwertigkeitsstrukturen, insbesondere zum Erkennen aktueller Formen von Rassismus und Antisemitismus   
  • geben Orientierung bei aktuellen Diskursen,   
  • begleiten bei der Entwicklung von tragfähigen Handlungskonzepten und Antidiskriminierungsstrategien für die pädagogische und erzieherische Praxis.   

Die Veranstaltung versteht sich nicht als Empowerment-Angebot für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen.   

CURRICULUM   

Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Module ist bedarfsorientiert und gruppenbezogen. Der thematische Fokus bleibt erhalten, aber die Seminarleitung hält sich und den Teilnehmenden die Möglichkeit offen, dringenden Praxisfragen und Anliegen zu folgen und sie ins Curriculum zu integrieren.    

  1. Modul: Was ist Diversität? Dimensionen von Diversität   
  2. Modul: Was ist Diskriminierung? Mechanismen, Funktionen, Umgangsstrategien   
  3. Modul: Ungleichheitsverhältnisse sowie gruppenbezogene Abwertung, u.a. diskriminierende Sprache   
  4. Modul: Hass- und Strukturphänomene am Beispiel von aktuellem Antisemitismus   
  5. Modul: Leitfaden für Diversitätsorientierung im schulischen Kontext, Prävention und Intervention   

ANSATZ    

Das Seminar basiert auf zwei einschlägigen Ansätzen. Der projekteigene Dialogische Reflexionsansatz (Chernivsky, Perspektivwechsel 2014) sowie der Anti-Bias-Ansatz (Derman-Sparks 1980) stellen hierfür die inhaltliche und methodische Grundlage dar. Die dialogische Ausrichtung der Fortbildungsmodule macht diese zu einem innovativen und wirkungsvollen Analyse- und Handlungskonzept. Überlegungen zu spezifischer Prävention sowie reaktive Interventionsverfahren und Krisenmanagement nach Vorfällen sind ebenfalls Teil des Programms. Gruppendynamische Interaktionsformen im Seminarraum haben einen hohen Stellenwert und beinhalten zum Teil Elemente der Beratung und Supervision entlang der Fragen und Anliegen der Teilnehmenden. Im Seminar kommen u.a. folgende Methoden zum Einsatz: Gruppenarbeit, Aufstellungen, Thesendiskussionen, kollegiale Fallberatung, systemische Praxisanalyse(n).   

Folgende Module sind Gegenstand des Blockseminars: 

1. Modul: 24.10.2025 und 25.10.2025 
– Was ist Diversität? Dimensionen von Diversität 
 
2. Modul: 21.11.2025 und 22.11.2025
– Was ist Diskriminierung? Mechanismen, Funktionen, Umgangsstrategien 
 
3. Modul: 12.12.2025 und 13.12.2025
– Ungleichheitsverhältnisse sowie gruppenbezogene Abwertung, u.a. diskriminierende Sprache 
 
4. Modul: 16.01.2026 und 17.01.2026 
– Hass- und Strukturphänomene am Beispiel von aktuellem Antisemitismus 
 
5. Modul: 13.02.2026 und 14.02.2026
– Leitfaden für Diversitätsorientierung im schulischen Kontext, Prävention und Intervention  

Die Seminarreihe ist eine Kooperation der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Projekt »Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen« des Kompetenzzentrums antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS). 

Referent*innen: Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)

Fortbildung »Antisemitismuskritik im Kunst- und Kulturbereich«

Ort: Berlin

Termine: 17.12.2025, 15.00–18.00 Uhr und 14.01.2026, 15-18:00 Uhr  

Ort: Berlin 

Der Umgang mit Antisemitismus stellt viele Mitarbeitende und Führungskräfte im Kunst- und Kulturbereich vor vielfältige Herausforderungen. Die Frage, wie bei Veranstaltungen oder Ausstellungen, in der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen oder externen Künstler*innen professionell gehandelt werden kann, bleibt oft unbeantwortet. Antisemitismus wird selten klar benannt und ist mit Unsicherheit, Abwehr oder Vereinzelung verbunden. 

Die zweiteilige Workshopreihe bietet einen Raum, um sich mit Antisemitismus im beruflichen Kontext auseinanderzusetzen: Was ist Antisemitismus und welche Dimensionen und Ausdrucksformen lassen sich unterscheiden? Wie gehe ich mit eigenen Unsicherheiten um? Wie kann ein angemessener Umgang aussehen – und was braucht es dafür auf individueller wie institutioneller Ebene? 

Die Teilnehmenden setzen sich mit Antisemitismus als gesellschaftlichem Machtverhältnis und als konkreter Erfahrung auseinander, reflektieren eigene Handlungsmöglichkeiten und erhalten Impulse für einen professionellen Umgang in der Praxis. Im Zentrum stehen sowohl (selbst-)reflexive Prozesse als auch konkrete Umgangsstrategien,  

Neben fachlichem Input bietet die Reihe somit Raum für Reflexion, Austausch und kollegiale Fallberatung. Ziel ist es, Antisemitismus als Erfahrung und Struktur betrachten zu lernen, die individuelle Handlungssicherheit zu stärken und so zu einer antisemitismussensiblen Kulturarbeit beizutragen. 

Die Fortbildung wird in Kooperation mit OFEK e.V. (im Rahmen des Projekts Open Arts Hub Berlin) umgesetzt.  

Referent*innen: Lea Güse (KOAS) und Alexa Altmann (OFEK e.V.) 

Fachveranstaltung »Antisemitismus – eine Herausforderung für die Kita? Fachveranstaltung für Kitaleitungen« inkl. Workshop »Antisemitismus in Kindertagesstätten« 

Datum: 22.04.2026, 10:30 – 15:15 Uhr  

Ort: Berlin 

Anmeldung: ist bis zum 7. April 2026 unter guese@koas-bildungundforschung.de möglich.  

Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich speziell an Kitaleitungen. Sie bietet Raum für Impulse zur antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Praxis, die Entwicklung neuer Perspektiven und den Austausch über pädagogische und institutionelle Handlungsspielräume.  

Zur Fachveranstaltung: Die frühe Bildung folgt in ihrer Ausrichtung unter anderem den Kinderechten und dem Anspruch des diskriminierungsfreien Aufwachsens aller Kinder. So ist es wichtig, dass Fachkräfte auch den Umgang mit Antisemitismus in ihr Professionsverständnis integrieren, damit Kitas auch für jüdische Kinder und ihre Familie sicherer werden.    

Allerdings erschließt sich die Notwendigkeit Antisemitismus als Herausforderung für die Arbeit in Kindertagesstätten zu betrachten, oftmals nicht auf den ersten Blick. Antisemitismus wird gesellschaftlich oft übersehen, als unbedeutend abgetan oder von einer nicht-jüdischen Mehrheit ausschließlich mit dem Nationalsozialismus und der Shoah in Verbindung gebracht. Diese Perspektive blendet jedoch aus, dass Antisemitismus – bewusst oder unbewusst – auch in der Gegenwart wirkt und alle an und in Kita Beteiligte darin involviert sind.     

Im Workshop, beschäftigen wir uns mit den Fragen:    

  • Was ist Antisemitismus?    
  • Wie zeigt sich Antisemitismus in der Kita?    
  • Wie wird mit Antisemitismus in der Kita umgegangen?    
  • Inwiefern werden die diversen Lebenswelten jüdischer Kinder berücksichtigt?     

Antisemitismus in Kindertagesstätten ist eine vielschichtige Herausforderung, der noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erfahrungen aus der Bildungsarbeit und der Beratung von betroffenen Familien weisen darauf hin, dass ein antisemitismus- und diskriminierungskritischer Blickwinkel auf die Einrichtungen frühkindlicher Bildung, der alle daran Beteiligten (Kita- und Trägerleitungen, Erzieher*innen, Eltern und Kinder) miteinschließt, dringend erforderlich ist.    

Antisemitismus zeigt sich in der Kita nicht nur in Form institutioneller Ein- und Ausschlusspraktiken, sondern tritt auch als bewusst und unbewusst wirkendes Gewaltverhältnis zu Tage. In der Identitätsentwicklung jüdischer Kinder spielen diese frühen Lebensjahre, in denen sie sich erstmalig Fragen nach Repräsentation, Differenz, Zugehörigkeit und Sicherheit stellen, eine entscheidende Rolle.   

Das Angebot bietet Fach- und Führungskräften aus Kindertageseinrichtungen die Gelegenheit einer antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Arbeitsformen, mit dem Ziel, die pädagogischen und institutionellen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und Perspektiven der von Antisemitismus betroffenen Kinder und Familien in den Mittelpunkt zu stellen.    

Zu der Fachveranstaltung »Antisemitismus – eine Herausforderung für die Kita?« lädt das Kompetenzzentrum (KOAS) gemeinsam mit dem Anne Frank Zentrum, dem ANOHA – die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin, dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) und der Beratungsstelle OFEK e. V. alle interessierten Kitaleitungen ein.   

Referent*innen: Romina Wiegemann und Lea Güse (Kompetenzzentrum) 

Blockseminar »Diversitätsorientierung in Schule, Kita, Jugend- und Sozialarbeit«

Termine:
I. Block: 24.10.2025/25.10.2025
II. Block: 21.11.2025/22.11.2025 
III. Block: 12.12.2025/13.12.2025 
IV. Block: 16.01.2026/17.01.2026 
V. Block: 13.02.2026/14.02.2026 

Anmeldung: Das Angebot richtet sich an Studierende der Erziehungswissenschaften, sowie Studierende mit Lehramtsoption. Die Anmeldung erfolgt über Friedolin, die Seminarverwaltung der FSU.   

Diskriminierungsverhältnisse (wie Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, …) sind strukturell und institutionell tief in der Gesellschaft verankerte Gewaltmechanismen. Um ihnen entgegenwirken zu können ist es von zentraler Bedeutung diese Realität anzuerkennen. Nicht selten steht die Wahrnehmung und Deutung diskriminierender Handlungen und Ereignisse seitens Betroffener in starkem Kontrast zu derjenigen von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft, wobei den Betroffenen ihre Erfahrung und Einordnung abgesprochen wird. Dies führt zu sekundärer Diskriminierung Betroffener und zur Aufrechterhaltung ebenjener Diskriminierungsverhältnisse.

Deshalb ist es unabdingbar, dass Pädagog*innen sowie Jugend- und Sozialarbeiter*innen lernen in der Praxis mit Diskriminierung umzugehen und dabei eine diversitätssensible Haltung einzunehmen. In diesem Kontext spielen auch Themen wie Integration und Inklusion im Sinne einer Teilhabekultur eine zentrale Rolle.  

Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich intensiv und umfassend mit den genannten Themenfeldern auseinanderzusetzen und zielt auf die Entwicklung und Einübung diskriminierungskritischer Haltungen sowie praxisrelevanter Kompetenzen im Umgang mit Diversität in der Schule, anderen pädagogischen Einrichtungen sowie der Jugend- und Sozialarbeit. Die daraus resultierenden Fragen, Anliegen und Bedarfslagen der Teilnehmenden stehen dabei im Mittelpunkt.   

DIE SEMINARMODULE   

  • leiten individuelle Reflexionsprozesse an,   
  • bieten Raum für Austausch und Praxisanalyse,    
  • geben Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu Diskriminierungskritik und diversitätsorientierter Bildung und Erziehung   
  • befähigen zum kritischen Umgang mit gesellschaftlichen Ungleichwertigkeitsstrukturen, insbesondere zum Erkennen aktueller Formen von Rassismus und Antisemitismus   
  • geben Orientierung bei aktuellen Diskursen,   
  • begleiten bei der Entwicklung von tragfähigen Handlungskonzepten und Antidiskriminierungsstrategien für die pädagogische und erzieherische Praxis.   

Die Veranstaltung versteht sich nicht als Empowerment-Angebot für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen.   

CURRICULUM   

Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Module ist bedarfsorientiert und gruppenbezogen. Der thematische Fokus bleibt erhalten, aber die Seminarleitung hält sich und den Teilnehmenden die Möglichkeit offen, dringenden Praxisfragen und Anliegen zu folgen und sie ins Curriculum zu integrieren.    

  1. Modul: Was ist Diversität? Dimensionen von Diversität   
  2. Modul: Was ist Diskriminierung? Mechanismen, Funktionen, Umgangsstrategien   
  3. Modul: Ungleichheitsverhältnisse sowie gruppenbezogene Abwertung, u.a. diskriminierende Sprache   
  4. Modul: Hass- und Strukturphänomene am Beispiel von aktuellem Antisemitismus   
  5. Modul: Leitfaden für Diversitätsorientierung im schulischen Kontext, Prävention und Intervention   

ANSATZ    

Das Seminar basiert auf zwei einschlägigen Ansätzen. Der projekteigene Dialogische Reflexionsansatz (Chernivsky, Perspektivwechsel 2014) sowie der Anti-Bias-Ansatz (Derman-Sparks 1980) stellen hierfür die inhaltliche und methodische Grundlage dar. Die dialogische Ausrichtung der Fortbildungsmodule macht diese zu einem innovativen und wirkungsvollen Analyse- und Handlungskonzept. Überlegungen zu spezifischer Prävention sowie reaktive Interventionsverfahren und Krisenmanagement nach Vorfällen sind ebenfalls Teil des Programms. Gruppendynamische Interaktionsformen im Seminarraum haben einen hohen Stellenwert und beinhalten zum Teil Elemente der Beratung und Supervision entlang der Fragen und Anliegen der Teilnehmenden. Im Seminar kommen u.a. folgende Methoden zum Einsatz: Gruppenarbeit, Aufstellungen, Thesendiskussionen, kollegiale Fallberatung, systemische Praxisanalyse(n).   

Folgende Module sind Gegenstand des Blockseminars: 

1. Modul: 24.10.2025 und 25.10.2025 
– Was ist Diversität? Dimensionen von Diversität 
 
2. Modul: 21.11.2025 und 22.11.2025
– Was ist Diskriminierung? Mechanismen, Funktionen, Umgangsstrategien 
 
3. Modul: 12.12.2025 und 13.12.2025
– Ungleichheitsverhältnisse sowie gruppenbezogene Abwertung, u.a. diskriminierende Sprache 
 
4. Modul: 16.01.2026 und 17.01.2026 
– Hass- und Strukturphänomene am Beispiel von aktuellem Antisemitismus 
 
5. Modul: 13.02.2026 und 14.02.2026
– Leitfaden für Diversitätsorientierung im schulischen Kontext, Prävention und Intervention  

Die Seminarreihe ist eine Kooperation der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Projekt »Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen« des Kompetenzzentrums antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS). 

Referent*innen: Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)