Vortrag von Marina Chernivsky »Antisemitismus an Hochschulen begreifen, kritisieren, entgegnen« mit anschließender Diskussion (Entfällt)

Datum: 20.10.2026, 18:00 – 20:00  Uhr

Ort: Berlin​

Anmeldung: ohne

Antisemitismus an Hochschulen zeigt sich nicht nur in offenen Anfeindungen, sondern auch in Ausschlüssen, Relativierungen und der Infragestellung jüdischer und israelischer Perspektiven. Betroffene erleben häufig, dass Vorfälle institutionell nicht erkannt, bagatellisiert oder nur unzureichend bearbeitet werden. Hochschulen stehen daher in der Verantwortung, verlässliche Beschwerdewege, qualifizierte Ansprechstrukturen und einen wirksamen Schutz vor antisemitischer Diskriminierung sicherzustellen.

Im Vortrag wird Antisemitismus an Hochschulen aus der Perspektive der Betroffenen und der spezialisierten Beratung betrachtet. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Erscheinungsformen, institutionelle Dynamiken sowie die Frage, wie Hochschulen Vorfälle angemessen bearbeiten und verlässliche Schutz- und Beschwerdestrukturen schaffen können.

Das ist eine Veranstaltung des Tacheles HU.

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS)

Online-Vorstellung des finalen Studienberichts zum Forschungsprojekt »Auswirkungen des terroristischen Anschlags am 7. Oktober 2023 auf jüdische und israelische Communities in Deutschland« 

Anmeldung: bis zum 05.10.2026 

Sollten Sie Gebärdensprachdolmetschung nutzen und/oder weitere Bedarfe hinsichtlich Barrierefreiheit benötigen, teilen Sie uns dies bitte bei Anmeldung mit. Den Zugangslink erhalten Sie nach Anmeldung ein paar Tage vor der Veranstaltung per E-Mail.

Das KOAS, das Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes laden Sie herzlich zur Online-Vorstellung des Forschungsprojekts »Auswirkungen des terroristischen Anschlags am 7. Oktober 2023 auf jüdische und israelische Communities in Deutschland« ein.

Programm:

  • Grußwort von Ferda Ataman (Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung)
  • Vorstellung der zentralen Ergebnisse der Studie durch Marina Chernivsky (KOAS) und Friederike Lorenz-Sinai (IRex)
  • Kommentar zur Studie durch Laura Cazés (ZWST), Ron Dekel (JSUD) und Veronika Kiesche (OFEK Berlin)
  • Moderation: Shelly Kupferberg (Deutschlandfunk Kultur und Radio3 beim rbb)
  • Austausch

Eine Studienteilnehmerin beschreibt ihr Erleben nach dem 7. Oktober 2023 wie folgt: »wahrscheinlich werden wir irgendwie noch eine Weile überleben irgendwie (.) aber die Räume dafür (.) es gibt immer weniger Räume dafür (.) die Räume dafür werden rarer sozusagen“ (Interviewpartnerin, Ende 30)Die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) geförderte Studie untersucht seit Februar 2024 die Auswirkungen des 7. Oktober auf den Alltag jüdischer und israelischer Communities. Die Grundlage bilden narrative Interviews, Gruppendiskussionen, Selbstbeobachtungen und Follow-up-Erhebungen mit 118 Studienteilnehmer*innen zwischen 7 und 80 Jahren.
Im Fokus stehen die unmittelbaren und längerfristigen Folgen der Angriffe sowie Erfahrungen mit Antisemitismus. Untersucht werden lebensgeschichtliche Einordnungen sowie Veränderungen von Teilhabe und sozialen Beziehungen – in Familien und Nachbarschaften, in Institutionen, am Arbeitsplatz und im digitalen Raum. Ebenso geht es um Fragen von Sicherheit und Vertrauen, um den Umgang mit gesellschaftlichen Reaktionen sowie um innerjüdische Kohäsion und Empowerment.

Wir würden uns freuen, Sie zur Ergebnisvorstellung und zum anschließenden Austausch begrüßen zu dürfen. Leiten Sie die Einladung gern an Ihre Netzwerke weiter.

Dies ist eine Veranstaltung des KOAS, dem Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Vortrag von Marina Chernivsky »​Antisemitismus im Kontext Schule – empirische Datenlage und Perspektivendivergenzen« im Rahmen der ZABIN Summer School vom 15.-18.10.2026 in Oldenburg

Datum: 15.10.2026, 15.45 – 17:00  Uhr

Ort: ​Online

Anmeldung: ​bis zum 07.09.2026, Email anzabin@uol.de: mit Studiendaten und einer kurzen Erläuterung der Motivation, an der Summer School teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine mögliche Unterbringung und Doppelzimmern kann übernommen werden. Es können sich zwar Lehramtsstudierende aller Fächer und Schulformen anmelden, allerdings ist ein Vorwissen im Themenfeld Antisemitismus(-kritik) notwendig.

An vier Tagen setzen sich die Teilnehmenden im Rahmen von Vorträgen und Workshops vertiefend mit sekundärem Antisemitismus und Erinnerungskultur sowie israelbezogenem Antisemitismus auseinander. Im Mittelpunkt stehen dabei Erscheinungsformen, Dynamiken und Umgangsweisen im Kontext Schule.

Das ist eine Veranstaltung des Zertifikat Antisemitismuskritische Bildung in Niedersachsen im Kontext Schule (ZABIN). Das landesweite extracurriculare ZABIN richtet sich an Lehramtsstudierende aller Fächer und Schulformen an allen Hochschulen in ganz Niedersachsen. Es ist anschlussfähig an alle angestrebten Lehrämter und unabhängig vom Studienortstudierbar. Das landesweite Zertifikat ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von Lehrenden an den beteiligten lehramtsausbildenden Hochschulen und außeruniversitären Partner*innen in Niedersachsen zusammen getragen wird und legt einen ersten Grundstein für ein nachhaltiges antisemitismuskritisches Bildungsangebot in der niedersächsischen Lehrkräftebildung.

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS)

​​Vortrag von Marina Chernivsky und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai »​Zur Rede vom ›Sicherheitsgefühl‹ – Erfahrungswelten und Deutungen von Jüdinnen_Juden zum Thema Sicherheit nach dem 7. Oktober« und Vertiefungsseminar mit Marina Chernivsky »Jüdische Erfahrung mit Antisemitismus aus der Perspektive professioneller Beratung« 

Vortrag von Marina Chernivsky und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai »​Zur Rede vom ›Sicherheitsgefühl‹ – Erfahrungswelten und Deutungen von Jüdinnen_Juden zum Thema Sicherheit nach dem 7. Oktober« und ein Vertiefungsseminar mit Marina Chernivsky »Jüdische Erfahrung mit Antisemitismus aus der Perspektive professioneller Beratung« im Rahmen der 4. FonA21-Sommerakademie 07. – 08.09.2026

Datum: 07.09.2026, 10:15 – 11:15 Uhr (Vortrag) und 11:30 – 13:00 Uhr (Vertiefungsseminar)

Ort: ​Berlin

Anmeldung: ​abgeschlossen

Im Zentrum der diesjährigen Sommerakademie steht die Auseinandersetzung mit den heterogenen jüdischen Lebenswelten in Deutschland, die im öffentlichen Diskurs häufig als homogene Gruppe wahrgenommen werden. Wir möchten diese Vielfalt sichtbar machen, differenzierte Perspektiven vermitteln und vereinfachende Zuschreibungen kritisch hinterfragen. So werden unter anderem (post-)migrantische Lebensrealitäten – insbesondere der zweiten und dritten Generation von Jüdinnen_Juden mit postsowjetischer Migrationserfahrung –, unterschiedliche Bezüge zu Israel, jüdische Perspektiven auf Antisemitismus sowie Ansätze von Dialog- und Begegnungsarbeit in einer pluralen Gesellschaft thematisiert werden.

Die Sommerakademie richtet sich an Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung, Fachkräfte aus Prävention und Antidiskriminierungsarbeit, Akteur*innen aus schulischer und außerschulischer Bildung, Praktiker*innen der politischen Bildung und Dialogarbeit sowie an eine interessierte Fachöffentlichkeit. Durch die Verbindung von wissenschaftlichen Analysen und praxisorientierten Formaten wie Vorträgen, Panels und Workshops soll der Wissenstransfer gestärkt, der Austausch zwischen unterschiedlichen Akteur*innen gefördert und Impulse für Bildungsarbeit, Prävention und politische Praxis entwickelt werden (Quelle)

Die 4. FonA21-Sommerakademie ist eine Veranstaltung des Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert (FoNA21), welches vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird.

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS) und Prof. Dr. ​Friederike Lorenz-Sinai (IRex, Universität Tübingen)​ 

Impulsvortrag von Marina Chernivsky auf der Online-Veranstaltung »Antisemitismus und Hochschule, Soziale Arbeit« 

Datum: 24.08.2026, 14:00 – 16:00 Uhr

Ort: ​Online

Anmeldung

Zielgruppe: sind Sozialarbeitende und im Feld Tätige, Lehrende und Studierende. 

Link zur Veranstaltung

Marina Chernivsky führt in den Stand der Debatte zu Antisemitismus in Bildung und Gesellschaft. Die Reflexion über gegenwärtigen Antisemitismus außerhalb des historischen Lernens hat eine vergleichsweise junge Geschichte. Erst mit der Entwicklung der Antisemitismusprävention am Anfang 2000er und dann schrittweisen und der Thematisierung des Antisemitismus aus jüdischen Perspektiven entwickelten sich insbesondere im letzten Jahrzehnt antisemitismuskritische und intersektionale Analysen. Diese rücken die Selbstreflexion und die Auswirkungen antisemitischer Strukturen stärker in das Bewusstsein der Fachöffentlichkeit. Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen, die aufgeladenen und politisierten Diskussionen um Antisemitismus in der postnationalsozialistischen oder postkolonialen Gesellschaft nach dem 7. Oktober 2023 verdeutlichen zudem den Bedarf an und Herausforderungen von antisemitismuskritischen und intersektionalen Bündnissen sowie solidarischen Netzwerken. Chernivsky gibt Einblicke in Heraus- und Anforderungen antisemitismuskritischer Professionalisierung, vor allem auch in praktischer Ausführung, der Profession Bildung und Beratung.

Dies ist eine Veranstaltung der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung in Hannover.

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS)​ 

​​Keynote »​Antisemitismus im Kontext Hochschule – Kontinuitäten, Leerstellen, Bedarfe« von Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai

Datum: 03.09.2026, 09:15 Uhr (Tagung 02.09.2026 – 03.09.2026)

Ort: ​Europa-Universität Flensburg. Die Räumlichkeiten der Tagung werden nach Anmeldung mitgeteilt.​ 

Anmeldung: ​bis 15.08.2026

Link zur Veranstaltung 

​Keynote »​Antisemitismus im Kontext Hochschule – Kontinuitäten, Leerstellen, Bedarfe« von Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai im Rahmen der Tagung »Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen« des »Verbundprojekts ›Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen. Umgangsweisen in der Hochschulentwicklung und der Hochschulbildung in pädagogischen Studiengängen‹«​

Im Rahmen der transdisziplinären Theorie-Praxis-Tagung »Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen« wird Rechtsextremismus als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen verstanden, das sich folglich auch in Wissenschaft und an Hochschulen zeigt. Zugleich wird davon ausgegangen, dass Rechtsextremismus in diesem Feld spezifisch in Erscheinung tritt. Die jeweiligen Erscheinungsformen, damit verbundene Herausforderungen sowie Umgangsweisen werden im Rahmen der Tagung in den Blick genommen.​ 

Die Tagung wird vom Verbundprojekt »Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen. Umgangsweisen in der Hochschulentwicklung und der Hochschulbildung in pädagogischen Studiengängen« (gefördert vom BMFTR) veranstaltet. Kooperationspartner ist der Bundesverband Mobile Beratung.​ 

Referent*in: ​Friederike Lorenz-Sinai (IRex, Universität Tübingen)​ 

Fachgespräch zur Studie »Antisemitismus im Kindes- und frühen Jugendalter – Erfahrungen, Deutungen und Bedarfe« 

Datum: 11.06.2026, 15:30 – 19:00 Uhr

Ort: Berlin

Anmeldung

Veranstalter: Berliner Landeszentrale für politische Bildung und das Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) 

Jüdische Kinder wachsen in einer Gesellschaft auf, in der Antisemitismus historisch wie gegenwärtig (strukturell) verankert ist. In narrativen Interviews der Bundesländerstudienreihe zu »Antisemitismus im Kontext Schule« erinnern jüdische Jugendliche und junge Erwachsene bundesländerübergreifend von ihrer Kindheit an Situationen, die sie rückblickend als antisemitisch einordnen (vgl. Chernivsky/Lorenz-Sinai 2023). Auch erste empirische Studien zu antisemitischen Differenzkonstruktionen in Kindertagesstätten zeigen, dass junge Kinder antisemitische Stereotype verinnerlichen und diese im Spiel oder verbalen Attribuierungen anwenden. Mit Blick auf die geltenden Lehr- und Bildungspläne der Bundesländer zeigt sich eine anhaltende Tendenz, die systematische Auseinandersetzung mit Antisemitismus erst in höheren Klassenstufen vorzusehen. Für die Grundschule oder die unteren Jahrgänge finden sich hingegen eher indirekte oder allgemein gehaltene Bezüge, etwa im Rahmen von Sach-, Ethik- und Religionsunterricht (vgl. Braband/ Körs 2024). Dies korrespondiert mit der fehlenden Verankerung von politischer Bildung in der Grundschule (in Berlin betrifft dies auch die Klassenstufen 5 und 6) und des wenig entwickelten Selbstverständnisses bei Lehrkräften und der Institution als Ganzer, gesellschaftspolitische Orientierungsfragen der Schüler*innenschaft aufzugreifen (vgl. Wiegemann 2025). 

Biografisch angelegte Studien zeigen, dass jüdische Kinder bereits im Kita- und Grundschulalter antisemitischen Wissensbeständen ausgesetzt sind. Ihre Perspektiven bleiben randständig oder werden nicht systematisch einbezogen. Jüdische Jugendliche und junge Erwachsene schildern Passivität und Unentschlossenheit des pädagogischen Umfelds sowie die Aufforderung, antisemitische Sprachhandlungen nicht ernst zu nehmen (vgl. Chernivsky/ Lorenz-Sinai 2024). Auf diese Weise werden Kinder, die von Antisemitismus betroffen sind, allein gelassen. Kinder, die im Alltag von Schule und Familie mit antisemitischen Wissensbeständen in Berührung kommen, werden in der Regel nicht systematisch begleitet. Dies ist aus mindestens zwei Gründen problematisch: Zum einen fehlt es an wirksamen Schutz- und Interventionsstrukturen für jüdische Kinder, die von Antisemitismus betroffen sind. Zum anderen wird die frühe Bildungsphase – ein Alter, das durch besondere Neugier, Offenheit und Reflexionsbereitschaft gekennzeichnet ist – nicht genutzt, um eine kritische Auseinandersetzung mit antisemitischen Wissensbeständen anzuregen.
Zwischen fachlichen Ansprüchen an Bildung, pädagogischer Überforderung und unzureichenden Schutzstrukturen entsteht so ein Spannungsfeld, das grundlegende Fragen aufwirft: Wie kann (politische) Bildung so gestaltet werden, dass antisemitische Alltagspraktiken weder verharmlost noch entpolitisiert werden, und wie können zugleich die Perspektiven, Erfahrungen und Schutzbedarfe der unmittelbar betroffenen Kinder strukturell verankert werden?

Das Fachgespräch thematisiert, wie früh antisemitische Strukturen in kindlichen Erfahrungsräumen wirksam werden und welche Konsequenzen sich daraus für Kita, Schule und (außerschulische) politische Bildungsarbeit ergeben. Ausgangspunkt sind Berichte jüdischer Schüler*innen und Familien über antisemitische Vorfälle in Kitas, Schulen, Gedenkstätten und Jugendzentren, Beobachtungen aus Bildungs- und Beratungsprozessen sowie empirische Studien.
Im Fokus stehen Zwischenbefunde einer aktuellen Studie, die 2025 im Rahmen des von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung geförderten Projekts »Politische Bildung mit Kindern« durchgeführt wurde. Grundlage sind drei narrativ-biografische Interviews sowie zwei Gruppendiskussionen mit israelisch-jüdischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 14 Jahren. Anschließend werden Herausforderungen und Grundsätze einer antisemitismuskritischen politischen Bildung im Kindesalter, die auch dem strukturellen Charakter von Antisemitismus reflektieren, von Expert*innen diskutiert.

Ablauf des Fachgesprächs 

15.30 Uhr
Begrüßung
Thomas Gill (Berliner Landeszentrale für politische Bildung) 

15.45 – 16.45 Uhr
Einführung in die Studie »Antisemitismus im Kindes- und frühen Jugendalter – Erfahrungen, Deutungen und Bedarfe«
Diplom-Psychologin Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex), Universität Tübingen

16.45 – 17.00 Uhr
Pause 

17.00 – 18.15 Uhr
Gesprächsrunde mit Expert*innen aus Forschung & Praxis

  • Tabea Adler, Leitende Beraterin OFEK e.V.
  • Prof. Dr. Sabine Achour, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsschwerpunkt Politikdidaktik & Politische Bildung
  • Aylin Anasal Jordan, wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Schwerpunkt Lehre, Grundschulpädagogik und Sachunterricht HU Berlin
  • Romina Wiegemann / Leitung Pädagogik und Bildungsprogramme KOAS

Moderation: Franziska Göpner, Anne Frank Zentrum

18.15 Uhr
Kommentar
Dr. Janne Braband (Frankfurt am Main, LOEWE-Zentrum)

Weiterführende Lektüre

Chernivsky, Marina/Lorenz-Sinai, Friederike (2023): Antisemitismus im Kontext Schule Deutungen und Praktiken von Lehrkräften und Schulleitungen, Antisemitismus in institutionellen Kontexten, Weinheim: Beltz Verlag. Chernivsky, Marina/ Lorenz-Sinai, Friederike (2024): Institutioneller Antisemitismus in der Schule. Baustein 14, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Aktion Courage e.V., Berlin.

Braband, Janne/Körs, Anna (2024): Judentum im Religionsunterricht in der Grundschule: zwischen Nicht-Thematisierung, Stereotypisierung und Antisemitismusprävention. In: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik, Vol. 8, S.643-665.

Wiegemann, Romina (2025). Antisemitismuskritik in der Grundschule. Historische, institutionelle und pädagogische Perspektiven. In: Janne Braband/Saba-Nur Cheema/ Yasmine Goldhorn/Karen Körber /Anna Körs/Susanna Kunze /Benjamin Rensch-Kruse/ /, Antisemitismus in der Kindheit (163-178). Bielefeld: transcript Verlag.

Vortrag von Marina Chernivsky »Antisemitismus im Kontext Schule. Studienbefunde und Handlungsempfehlungen«

Flyer

Vortrag von Marina Chernivsky »Antisemitismus im Kontext Schule. Studienbefunde und Handlungsempfehlungen« im Rahmen der Fachkonferenz für Lehrkräfte »Antisemitismus – Fakten, Mythen, Israel-Bashing. Herausforderungen in der Bildungsarbeit (in Brandenburg)« (09.-10.03.2026) 

Die Fachkonferenz führte in Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus ein – und zeigte zugleich, wo und wie jüdisches Leben auch 80 Jahre nach der Shoah bedroht wird. Die Teilnehmer*innen erhielten Einblicke in klassische antijüdische Feindbilder, Stereotypen und Verschwörungsmythen sowie Erscheinungsformen von Israel-bezogenem Antisemitismus. Sie bekamen Anregungen zum Nachdenken über Handlungsbedingungen im schulischen Bereich bzw. in Bildungskontexten
und Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit antisemitischen Zwischenfällen zu reflektieren. Die Fachkonferenz verstand sich als Grundlagenseminar mit Beteiligung verschiedener Expert*innen aus Praxis und Forschung zu Antisemitismus. Die Fortbildungsreihe bot neben der grundlegenden Fachkonferenz auch vertiefende Methoden-Seminare an.

Die Veranstaltung wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. 

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS) 

Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai zu Gast bei der Tagung »Philosophie und Antisemitismus« 

Link zur Veranstaltung

In Geschichte und Gegenwart der Philosophie finden sich vielfältige Formen der antisemitischen Herabsetzung und Ausgrenzung des Judentums, jüdischer Denktraditionen und jüdischer Philosoph*innen. Zugleich verfügen die verschiedenen philosophischen Traditionen aber auch über wichtige Werkzeuge für eine Analyse und Kritik des Antisemitismus. Auf der Tagung soll sowohl dieses problematische Erbe Gegenstand sein als auch die Instrumentarien, welche die Philosophie für Analyse und Kritik bereithält, diskutiert werden. Zu eruieren ist dabei, wie es der Philosophie als einer Reflexionswissenschaft gelingen kann, nicht nur auf ihren Gegenstand, sondern auch auf den Ort ihres eigenen Theoretisierens und ihre Verstrickungen in Herrschaftsverhältnisse zu reflektieren.

Prof. Dr. Friederike Lorenz Sinai (IRex Uni Tübingen) diskutiert auf dem »Podium und Austausch: Philosophische Selbst- und Institutionenkritik« mit Prof. Dr. Andrea Esser (Universität Jena) und Prof. Dr. Frederek Mussal (Universität Würzburg). Es moderieren Dr. Hannah Peaceman und Crinne Kaszner.

Dies ist eine Veranstaltung (10. – 12.03.2026) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, dem Institut Social Justice and Radical Diversity, dem DFG Reinhardt-Koselleck-Projekt des Instituts der Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der FernUniversität in Hagen.

Referent*in: Prof. Dr. Friederike Lorenz – Sinai (IRex Uni Tübingen) 

Fortbildung »Antisemitismus in Kindertagesstätten«

Anmeldung: Es handelte sich um eine geschlossene Veranstaltung.  

Antisemitismus in Kindertagesstätten ist eine vielschichtige Herausforderung, der noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erfahrungen aus der Bildungsarbeit und der Beratung von betroffenen Familien weisen darauf hin, dass ein antisemitismus- und diskriminierungskritischer Blickwinkel auf die Einrichtungen frühkindlicher Bildung, der alle daran Beteiligten (Kita- und Trägerleitungen, Erzieher*innen, Eltern und Kinder) miteinschließt, dringend erforderlich ist. 

Antisemitismus zeigt sich in der Kita nicht nur in Form institutioneller Ein- und Ausschlusspraktiken, sondern tritt auch als bewusst und unbewusst wirkendes Gewaltverhältnis zu Tage. In der Identitätsentwicklung jüdischer Kinder spielen diese frühen Lebensjahre, in denen sie sich erstmalig Fragen nach Repräsentation, Differenz, Zugehörigkeit und Sicherheit stellen, eine entscheidende Rolle. Das Angebot bietet Fach- und Führungskräften aus Kindertageseinrichtungen die Gelegenheit einer antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Arbeitsformen, mit dem Ziel, die pädagogischen und institutionellen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und Perspektiven der von Antisemitismus betroffenen Kinder und Familien in den Mittelpunkt zu stellen. 

Der Workshop findet in Kooperation mit dem JUS *Jugend- und Sozialwerk und dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) statt. 

Referent*in: Lea Güse (KOAS)