​​Keynote »​Antisemitismus im Kontext Hochschule – Kontinuitäten, Leerstellen, Bedarfe« von Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai

Datum: 03.09.2026, 09:15 Uhr (Tagung 02.09.2026 – 03.09.2026)

Ort: Europa-Universität Flensburg. Die Räumlichkeiten der Tagung werden nach Anmeldung mitgeteilt.​ 

Anmeldung: ​bis 15.08.2026

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​Keynote »​Antisemitismus im Kontext Hochschule – Kontinuitäten, Leerstellen, Bedarfe« von Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai im Rahmen der Tagung »Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen« des »Verbundprojekts ›Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen. Umgangsweisen in der Hochschulentwicklung und der Hochschulbildung in pädagogischen Studiengängen‹«​

Im Rahmen der transdisziplinären Theorie-Praxis-Tagung »Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen« wird Rechtsextremismus als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen verstanden, das sich folglich auch in Wissenschaft und an Hochschulen zeigt. Zugleich wird davon ausgegangen, dass Rechtsextremismus in diesem Feld spezifisch in Erscheinung tritt. Die jeweiligen Erscheinungsformen, damit verbundene Herausforderungen sowie Umgangsweisen werden im Rahmen der Tagung in den Blick genommen.​ 

Die Tagung wird vom Verbundprojekt »Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen. Umgangsweisen in der Hochschulentwicklung und der Hochschulbildung in pädagogischen Studiengängen« (gefördert vom BMFTR) veranstaltet. Kooperationspartner ist der Bundesverband Mobile Beratung.​ 

Referent*in: ​Friederike Lorenz-Sinai (IRex, Universität Tübingen)​ 

Fachgespräch zur Studie »Antisemitismus im Kindes- und frühen Jugendalter – Erfahrungen, Deutungen und Bedarfe« 

Datum: 11.06.2026, 15:30 – 19:00 Uhr

Ort: Berlin

Anmeldung

Veranstalter: Berliner Landeszentrale für politische Bildung und das Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) 

Jüdische Kinder wachsen in einer Gesellschaft auf, in der Antisemitismus historisch wie gegenwärtig (strukturell) verankert ist. In narrativen Interviews der Bundesländerstudienreihe zu »Antisemitismus im Kontext Schule« erinnern jüdische Jugendliche und junge Erwachsene bundesländerübergreifend von ihrer Kindheit an Situationen, die sie rückblickend als antisemitisch einordnen (vgl. Chernivsky/Lorenz-Sinai 2023). Auch erste empirische Studien zu antisemitischen Differenzkonstruktionen in Kindertagesstätten zeigen, dass junge Kinder antisemitische Stereotype verinnerlichen und diese im Spiel oder verbalen Attribuierungen anwenden. Mit Blick auf die geltenden Lehr- und Bildungspläne der Bundesländer zeigt sich eine anhaltende Tendenz, die systematische Auseinandersetzung mit Antisemitismus erst in höheren Klassenstufen vorzusehen. Für die Grundschule oder die unteren Jahrgänge finden sich hingegen eher indirekte oder allgemein gehaltene Bezüge, etwa im Rahmen von Sach-, Ethik- und Religionsunterricht (vgl. Braband/ Körs 2024). Dies korrespondiert mit der fehlenden Verankerung von politischer Bildung in der Grundschule (in Berlin betrifft dies auch die Klassenstufen 5 und 6) und des wenig entwickelten Selbstverständnisses bei Lehrkräften und der Institution als Ganzer, gesellschaftspolitische Orientierungsfragen der Schüler*innenschaft aufzugreifen (vgl. Wiegemann 2025). 

Biografisch angelegte Studien zeigen, dass jüdische Kinder bereits im Kita- und Grundschulalter antisemitischen Wissensbeständen ausgesetzt sind. Ihre Perspektiven bleiben randständig oder werden nicht systematisch einbezogen. Jüdische Jugendliche und junge Erwachsene schildern Passivität und Unentschlossenheit des pädagogischen Umfelds sowie die Aufforderung, antisemitische Sprachhandlungen nicht ernst zu nehmen (vgl. Chernivsky/ Lorenz-Sinai 2024). Auf diese Weise werden Kinder, die von Antisemitismus betroffen sind, allein gelassen. Kinder, die im Alltag von Schule und Familie mit antisemitischen Wissensbeständen in Berührung kommen, werden in der Regel nicht systematisch begleitet. Dies ist aus mindestens zwei Gründen problematisch: Zum einen fehlt es an wirksamen Schutz- und Interventionsstrukturen für jüdische Kinder, die von Antisemitismus betroffen sind. Zum anderen wird die frühe Bildungsphase – ein Alter, das durch besondere Neugier, Offenheit und Reflexionsbereitschaft gekennzeichnet ist – nicht genutzt, um eine kritische Auseinandersetzung mit antisemitischen Wissensbeständen anzuregen.
Zwischen fachlichen Ansprüchen an Bildung, pädagogischer Überforderung und unzureichenden Schutzstrukturen entsteht so ein Spannungsfeld, das grundlegende Fragen aufwirft: Wie kann (politische) Bildung so gestaltet werden, dass antisemitische Alltagspraktiken weder verharmlost noch entpolitisiert werden, und wie können zugleich die Perspektiven, Erfahrungen und Schutzbedarfe der unmittelbar betroffenen Kinder strukturell verankert werden?

Das Fachgespräch thematisiert, wie früh antisemitische Strukturen in kindlichen Erfahrungsräumen wirksam werden und welche Konsequenzen sich daraus für Kita, Schule und (außerschulische) politische Bildungsarbeit ergeben. Ausgangspunkt sind Berichte jüdischer Schüler*innen und Familien über antisemitische Vorfälle in Kitas, Schulen, Gedenkstätten und Jugendzentren, Beobachtungen aus Bildungs- und Beratungsprozessen sowie empirische Studien.
Im Fokus stehen Zwischenbefunde einer aktuellen Studie, die 2025 im Rahmen des von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung geförderten Projekts »Politische Bildung mit Kindern« durchgeführt wurde. Grundlage sind drei narrativ-biografische Interviews sowie zwei Gruppendiskussionen mit israelisch-jüdischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 14 Jahren. Anschließend werden Herausforderungen und Grundsätze einer antisemitismuskritischen politischen Bildung im Kindesalter, die auch dem strukturellen Charakter von Antisemitismus reflektieren, von Expert*innen diskutiert.

Ablauf des Fachgesprächs 

15.30 Uhr
Begrüßung
Thomas Gill (Berliner Landeszentrale für politische Bildung

15.45 – 16.45 Uhr
Einführung in die Studie »Antisemitismus im Kindes- und frühen Jugendalter – Erfahrungen, Deutungen und Bedarfe«
Diplom-Psychologin Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex), Universität Tübingen

16.45 – 17.00 Uhr
Pause 

17.00 – 18.15 Uhr
Gesprächsrunde mit Expert*innen aus Forschung & Praxis

  • Tabea Adler, Leitende Beraterin OFEK e.V.
  • Prof. Dr. Sabine Achour, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsschwerpunkt Politikdidaktik & Politische Bildung
  • Aylin Anasal Jordan, wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Schwerpunkt Lehre, Grundschulpädagogik und Sachunterricht HU Berlin
  • Romina Wiegemann / Leitung Pädagogik und Bildungsprogramme KOAS

Moderation: Franziska Göpner, Anne Frank Zentrum

18.15 Uhr
Kommentar
Dr. Janne Braband (Frankfurt am Main, LOEWE-Zentrum)

Weiterführende Lektüre

Chernivsky, Marina/Lorenz-Sinai, Friederike (2023): Antisemitismus im Kontext Schule Deutungen und Praktiken von Lehrkräften und Schulleitungen, Antisemitismus in institutionellen Kontexten, Weinheim: Beltz Verlag. Chernivsky, Marina/ Lorenz-Sinai, Friederike (2024): Institutioneller Antisemitismus in der Schule. Baustein 14, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Aktion Courage e.V., Berlin.

Braband, Janne/Körs, Anna (2024): Judentum im Religionsunterricht in der Grundschule: zwischen Nicht-Thematisierung, Stereotypisierung und Antisemitismusprävention. In: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik, Vol. 8, S.643-665.

Wiegemann, Romina (2025). Antisemitismuskritik in der Grundschule. Historische, institutionelle und pädagogische Perspektiven. In: Janne Braband/Saba-Nur Cheema/ Yasmine Goldhorn/Karen Körber /Anna Körs/Susanna Kunze /Benjamin Rensch-Kruse/ /, Antisemitismus in der Kindheit (163-178). Bielefeld: transcript Verlag.

Vortrag von Marina Chernivsky »Antisemitismus im Kontext Schule. Studienbefunde und Handlungsempfehlungen«

Flyer

Vortrag von Marina Chernivsky »Antisemitismus im Kontext Schule. Studienbefunde und Handlungsempfehlungen« im Rahmen der Fachkonferenz für Lehrkräfte »Antisemitismus – Fakten, Mythen, Israel-Bashing. Herausforderungen in der Bildungsarbeit (in Brandenburg)« (09.-10.03.2026) 

Die Fachkonferenz führte in Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus ein – und zeigte zugleich, wo und wie jüdisches Leben auch 80 Jahre nach der Shoah bedroht wird. Die Teilnehmer*innen erhielten Einblicke in klassische antijüdische Feindbilder, Stereotypen und Verschwörungsmythen sowie Erscheinungsformen von Israel-bezogenem Antisemitismus. Sie bekamen Anregungen zum Nachdenken über Handlungsbedingungen im schulischen Bereich bzw. in Bildungskontexten
und Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit antisemitischen Zwischenfällen zu reflektieren. Die Fachkonferenz verstand sich als Grundlagenseminar mit Beteiligung verschiedener Expert*innen aus Praxis und Forschung zu Antisemitismus. Die Fortbildungsreihe bot neben der grundlegenden Fachkonferenz auch vertiefende Methoden-Seminare an.

Die Veranstaltung wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. 

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS) 

Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai zu Gast bei der Tagung »Philosophie und Antisemitismus« 

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In Geschichte und Gegenwart der Philosophie finden sich vielfältige Formen der antisemitischen Herabsetzung und Ausgrenzung des Judentums, jüdischer Denktraditionen und jüdischer Philosoph*innen. Zugleich verfügen die verschiedenen philosophischen Traditionen aber auch über wichtige Werkzeuge für eine Analyse und Kritik des Antisemitismus. Auf der Tagung soll sowohl dieses problematische Erbe Gegenstand sein als auch die Instrumentarien, welche die Philosophie für Analyse und Kritik bereithält, diskutiert werden. Zu eruieren ist dabei, wie es der Philosophie als einer Reflexionswissenschaft gelingen kann, nicht nur auf ihren Gegenstand, sondern auch auf den Ort ihres eigenen Theoretisierens und ihre Verstrickungen in Herrschaftsverhältnisse zu reflektieren.

Prof. Dr. Friederike Lorenz Sinai (IRex Uni Tübingen) diskutiert auf dem »Podium und Austausch: Philosophische Selbst- und Institutionenkritik« mit Prof. Dr. Andrea Esser (Universität Jena) und Prof. Dr. Frederek Mussal (Universität Würzburg). Es moderieren Dr. Hannah Peaceman und Crinne Kaszner.

Dies ist eine Veranstaltung (10. – 12.03.2026) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, dem Institut Social Justice and Radical Diversity, dem DFG Reinhardt-Koselleck-Projekt des Instituts der Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der FernUniversität in Hagen.

Referent*in: Prof. Dr. Friederike Lorenz – Sinai (IRex Uni Tübingen

Fortbildung »Antisemitismus in Kindertagesstätten«

Anmeldung: Es handelte sich um eine geschlossene Veranstaltung.  

Antisemitismus in Kindertagesstätten ist eine vielschichtige Herausforderung, der noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erfahrungen aus der Bildungsarbeit und der Beratung von betroffenen Familien weisen darauf hin, dass ein antisemitismus- und diskriminierungskritischer Blickwinkel auf die Einrichtungen frühkindlicher Bildung, der alle daran Beteiligten (Kita- und Trägerleitungen, Erzieher*innen, Eltern und Kinder) miteinschließt, dringend erforderlich ist. 

Antisemitismus zeigt sich in der Kita nicht nur in Form institutioneller Ein- und Ausschlusspraktiken, sondern tritt auch als bewusst und unbewusst wirkendes Gewaltverhältnis zu Tage. In der Identitätsentwicklung jüdischer Kinder spielen diese frühen Lebensjahre, in denen sie sich erstmalig Fragen nach Repräsentation, Differenz, Zugehörigkeit und Sicherheit stellen, eine entscheidende Rolle. Das Angebot bietet Fach- und Führungskräften aus Kindertageseinrichtungen die Gelegenheit einer antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Arbeitsformen, mit dem Ziel, die pädagogischen und institutionellen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und Perspektiven der von Antisemitismus betroffenen Kinder und Familien in den Mittelpunkt zu stellen. 

Der Workshop findet in Kooperation mit dem JUS *Jugend- und Sozialwerk und dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) statt. 

Referent*in: Lea Güse (KOAS) 

Vortrag »Antisemitismus und jüdische Community nach dem 7. Oktober – Forschungsstand und Unterstützungsstrukturen« im Rahmen der Ringvorlesung »Jüdisches Leben, Judentum und Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart«

Datum: 28.01.2026, 16:00 – 17:00 Uhr 

Ort: Online / Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg 

Anmeldung

Link zur Ringvorlesung 

Im Rahmen der Ringvorlesung »Jüdisches Leben, Judentum und Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart« hält Marina Chernivsky am 28.01.2026 den abschließenden Vortrag »Antisemitismus und jüdische Community nach dem 7. Oktober – Forschungsstand und Unterstützungsstrukturen«.

Dies ist eine Veranstaltung der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Rahmen der Interdisziplinären Ringvorlesung des Studienprofils Antisemitismuskritische Bildungsarbeit.  

Referent*in: Marina Chernivsky (KOAS) 

Vortrag und Podiumsdiskussion »Antisemitismus im institutionellen Kontext Hochschule – Traditionslinien, Leerstellen und Forschungsstand«

Anmeldung: nicht notwendig

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Die Veranstaltung gliedert sich in einen Vortrag und eine anschließende Podiumsdiskussion. Im Vortrag gehen Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai (FH Potsdam) und Marina Chernivsky der Frage nach, wie sich Antisemitismus vor und nach dem 7. Oktober im institutionellen Alltag von Hochschulen manifestiert und auf jüdische und israelische Communities in Deutschland auswirkt. Dafür wird auf dominanzgesellschaftliche Traditionslinien im Umgang mit Jüdinnen_Juden sowie mit Antisemitismus in der Gegenwartsgesellschaft eingegangen und in die Analysekategorie des institutionellen Antisemitismus eingeführt. Anschließend werden Befunde aus aktuellen Studien zu Antisemitismuserfahrungen im Kontext Hochschule vorgestellt und diskutiert. In der anschließenden Podiumsdiskussion spricht Prof. Dr. Tobias Rothmund gemeinsam mit den Vortragenden und dem Antisiemitismusbeauftragen der FSU Jena Prof. Dr. Thomas Kessler über aktuelle und zukünftige Herausforderungen. 

Dies ist eine Veranstaltung des Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 

Referent*innen: Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai (FH Potsdam) und Marina Chernivsky (KOAS) 

Vortrag »Oktoberschatten – Selbstthematisierungen jüdischer und israelischer Communities zu den Auswirkungen des 7. Oktobers in Deutschland«

Datum: 04.11.2025, 18:30 – 20:30 Uhr 

Ort: Online

Anmeldung Für Studierende, Mitarbeitende und Lehrende der Frankfurt UAS und Angehörige anderer Hochschulen (nur mit Anmeldung)

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Im Vortrag werden zentrale Befunde aus einer aktuellen, von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes geförderten Studie (Laufzeit 2024 bis 2025) vorgestellt, in der nach den Selbstthematisierungen und Deutungen jüdischer und israelischer Communities in der Phase seit dem 7. Oktober 2023 gefragt wird. Die Befunde zeigen, wie die kollektive Gewalt des Massakers in Israel, des andauernden Terrors und des wieder entgrenzten Antisemitismus zu einer einschneidenden und einschränkenden Veränderung des Alltagslebens und der Zukunftsperspektiven führt. Deutlich werden Diskriminierungen am Arbeitsplatz und in Bildungsinstitutionen wie Kitas, Schulen und Hochschulen, eingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben sowie der Verlust und die Veränderung von Beziehungen infolge der Reaktionen des nichtjüdischen Umfelds. Die Interviewpartner*innen verdeutlichen zudem verschiedene Praktiken des innerjüdischen Empowerments und Neuorientierungen in ihren Selbstverständnissen und Verortungen als jüdische Personen in Deutschland.

Dies ist eine Veranstaltung der University of Applied Science, Frankfurt

Referent*innen: Marina Chernivsky (KOAS) und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai (Co-Leitung des Forschungsbereichs, FH Potsdam)

Diskussion »Der Antisemitismus der Anderen«

Anmeldung  

Die Psychoanalytikerin Prof. Dr. Ilka Quindeau hat mit Ihrer Studie »Psychoanalyse und Antisemitismus« das Konzept des autoritären Charakters und der These der Schuldabwehr einer eingehenden Kritik unterzogen. Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Antisemitismus nicht das Problem spezifischer Charaktere ist, sondern als Potentialität in uns allen steckt und transgenerational weitergegeben wird. Die psychische Empfänglichkeit ist mehr oder weniger ausgeprägt und bleibt häufig latent. Sie bildet aber auch die Grundlage für die massiven Eruptionen, die von Zeit zu Zeit auftauchen.
Um Antisemitismus wirkungsvoll begegnen zu können, bleibt nur die kritische Selbstreflexion eigener Verwobenheiten und Affekte. Konzepte, die Antisemitismusprävention bei »den Anderen« verorten, lenken davon ab und dienen letztlich der eigenen Entlastung von der herausfordernden Aufgabe, die notwendigerweise von uns allen zu leisten wäre.
Prof. Dr. Ilka Quindeau wird zunächst in die zentralen Thesen ihres Buches einführen. Danach folgt eine Diskussionsrunde mit: Prof. Dr. Ilka Quindeau, Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai und Iven Saadi. Moderation: Jules Alkanaan. Es werden die Thesen und deren Konsequenzen für die politische und pädagogische Praxis angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten diskutiert. Abschließend wird das Publikum in die Diskussion einbezogen. (Quellle, Link zur Veranstaltung)

Dies ist eine Veranstaltung der Berliner Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit BildungsBausteine e.V.

Referent*in: Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai (Co-Leitung des Forschungsbereichs, FH Potsdam)

Podiumsdiskussion mit Marina Chernivsky und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai »Rassismus- und antisemitismuskritische Perspektive auf Schule«

Anmeldung möglich bis 01.07.2025

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Die Schule ist seit vielen Jahren Gegenstand rassismus- und antisemitismuskritischer Forschung. Auch wenn diese Forschung in der Regel materiell schlecht ausgestattet und gesellschaftlich wenig anerkannt ist, liegen vermutlich zu keiner anderen staatlichen Einrichtung so viele machtkritische Studien wie zur Schule vor.
In der rassismus- und antisemitismuskritischen Schulforschung rücken (wieder) zunehmend Ansätze in den Fokus, die die Schule als Institution betrachten. Das nehmen wir zum Ausgangspunkt, um das Verhältnis von Schulforschung und Schule auf verschiedenen Ebenen auszuloten.
Im Rahmen von zwei Panels und einem moderierten Gespräch wollen wir folgenden Fragen nachgehen:  

  • Was bewirkt die rassismus- und antisemitismuskritische Forschung in der Schule? Welche forschungspraktischen Zugänge wählt sie, um institutionellen Rassismus und Antisemitismus zu untersuchen und werden dabei bestimmte Konjunkturen von Rassismus und Antisemitismus sichtbar?
  • Was macht die Schule mit den Erkenntnissen dieser Forschung? Wo und von wem werden sie wahrgenommen, wie rezipiert und welche Effekte ergeben sich für die Institution Schule daraus?
  • Welche Bedeutung hat die gegenwärtige gesellschaftliche autoritäre Wende – gekennzeichnet durch Sparmaßnahmen, den Abbau demokratischer Mitbestimmung und Angriffe auf kritische Wissenschaft – für die Antidiskriminierungspraxis und -forschung?

10:00 – 12:00 Uhr findet das Panel 1 »Rassismus- und antisemitismuskritische Perspektive auf Schule« mit Prof. Dr. Juliane Karakayalı, Christina Biel, Cristina Raffaele (Evangelische Hochschule Berlin), N.N. (Universität Bielefeld), Dr. Katharina Schitow & Jae l In ‚t Veld (Universität Bielefeld), Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum Antisemitismuskritische Bildung und Forschung) und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai (Fachhochschule Potsdam) statt.

Dies ist eine Veranstaltung des BMBF-geförderten Projekts „ORAS – Organisation, Rassismus, Schule“.

Referent*in: Prof. Dr. Friederike Lorenz- Sinai (Fachhochschule Potsdam und Co-Leitung des Forschungsbereichs des Kompetenzzentrums) und Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum)