Fünfteilige offene Alumni-Reihe »Antisemitismus professionell begegnen«

Daten:  

1. Workshop: Mittwoch, den 26. Februar 2025, 15.00 – 18.00 Uhr  
2. Workshop: Mittwoch, den 2. April 2025, 15.00 – 18.00 Uhr 
3. Workshop: Mittwoch, den 4. Juni 2025, 15.00 – 18.00 Uhr       
4. Workshop: Mittwoch, den 10. September 2025, 15.00 – 18.00 Uhr  
5. Workshop: Mittwoch, den 26. November 2025, 15.00 – 18.00 Uhr

Anmeldung: per Mail an Lior Ahlvers: ahlvers@zwst-kompetenzzentrum.de. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.   

Das neue Format des Berliner Bildungsprojekts des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung: »ACT gegen Gewalt« richtet sich an Alumni unserer Fortbildungsreihen »Antisemitismus professionell begegnen«, die in den Jahren 2022, 2023 und 2024 für pädagogische Fachkräfte und Verwaltungsmitarbeitende aus Lichtenberg stattgefunden haben. 
Wie wir bereits in unserem letzten Workshop der Fortbildungsreihe 2024 angekündigt haben, starten wir 2025 eine neue Reihe, um Fachkräfte des Bezirks (und eventuell andere Berliner*innen) noch nachhaltiger im Umgang mit Antisemitismus zu unterstützen. Wir laden alle dazu ein, an unserer vierteiligen Intervisions- und kollegialen Fachberatungsreihe teilzunehmen und Situationen aus ihrem privaten oder beruflichen Alltag, in denen sie adäquat auf antisemitische (Sprach-)Handlungen reagieren wollten oder wollen, mit uns und untereinander zu teilen.  

In den einzelnen Sitzungen bekommen die Teilnehmenden die Möglichkeit, mit Unterstützung der Bildungsreferent*innen des Bildungsprojekts »ACT gegen Gewalt« folgende Fragen zu klären: 

  • Hatte eine bestimmte Situation einen antisemitischen Gehalt? 
  • Welche Motivation könnte hinter der antisemitischen Äußerung oder auch Handlung stehen? 
  • Welche Auswirkungen könnte die Situation auf Personen haben, die direkt oder indirekt von Antisemitismus betroffen sind? 
  • Welche möglichen Handlungsoptionen gibt es in einer solchen Situation?  

Die Workshops werden vom Projekt »ACT gegen Gewalt« des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung in Kooperation mit der Beratungsstelle OFEK Berlin sowie dem Antisemitismusbeauftragten des Bezirks Lichtenberg umgesetzt. Ermöglicht wird die Workshopsreihe durch die Förderung der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung.  

Referent*innen: Beate Klammt, Gabi Valaczkay und Lior Ahlvers (Kompetenzzentrum)

Workshop »Gegenwärtiger Antisemitismus: Herausforderungen und Perspektiven«

Termine: 27.01., 29.01. und 10.02.2025, 09:00 – 13:00 Uhr

Anmeldung: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich/Anmeldung abgeschlossen.

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Auseinandersetzung mit aktuellen antisemitischen Narrativen, wie sie sich in digitalen Räumen und institutionellen Strukturen manifestieren. Anhand praxisnaher Fallbeispiele und interaktiver Methoden wird die Wahrnehmung für subtile und offene Formen des Antisemitismus im Verwaltungsalltag geschärft. Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist die Förderung von Selbstreflexion und kollegialem Austausch. Die Teilnehmenden werden ermutigt, ihre eigenen Erfahrungen und Handlungsspielräume kritisch zu hinterfragen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Das Ziel des Workshops ist es, Verwaltungsangestellte zu empowern, aktiv gegen Antisemitismus einzutreten und ein Arbeitsumfeld zu gestalten, das von Respekt und Anerkennung geprägt ist. Dafür werden konkrete Handlungsstrategien erarbeitet und Ressourcen vorgestellt, die eine nachhaltige Umsetzung im beruflichen Kontext ermöglichen.

Der Workshop findet in Kooperation mit dem Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln statt.

Referent*in: Vera Katona (Kompetenzzentrum)

Workshop »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur«

Antisemitismus ist in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen und stellt für Jüdinnen_Juden eine alltagsprägende Konstante dar. Die fortwährende »Perspektivendivergenz« (vgl. Antisemitismusbericht 2018: 93) in der Wahrnehmung und Einordnung von Antisemitismus in der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft trägt, zuweilen ungewollt, zur Aufrechterhaltung antisemitischer Strukturen bei. Antisemitismuserfahrungen werden wiederholt bagatellisiert, entideologisiert und umgedeutet, was einem wirksamen antisemitismuskritischen Handeln entgegensteht. 

Das Bildungsprogramm »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur« thematisiert Kontinuitäten, Brüche, Leerstellen, Funktionen und Wirkungen des Gegenwartsantisemitismus. Es sensibilisiert für ein erweitertes Verständnis von Antisemitismus als historisch angelegtes Gewalt- und Ungleichheitsverhältnis. 

Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, ihre Beziehung zu Antisemitismus zu reflektieren und die Traditionslinien des gesellschaftlichen und pädagogischen Umgangs mit Antisemitismus nach 1945 in Verbindung zu bringen. Das Programm fördert die (Weiter-)Entwicklung einer antisemitismuskritischen Haltung und Praxis. 

Der Workshop fand in Kooperation mit dem digitalen Projekt »Stolpersteine NRW – Gegen das Vergessen« des Westdeutschen Rundfunks statt.  

Referent*in: Lea Güse (Kompetenzzentrum) 

Schulung »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur – Schulung von Multiplikator*innen«

Anmeldung: Eine Anmeldung ist leider nicht möglich.      

Die viertägige Multiplikator*innen-Schulung für Stipendiat*innen zielt darauf ab Teilnehmende in das Thema Antisemitismus einzuführen und die Sprechfähigkeit der Teilnehmer*innen sowie ihre methodisch-didaktische Basiskompetenzen zu fördern. Auf Grundlage antisemitismuskritischer Qualitätsmerkmale des Kompetenzzentrums werden die Teilnehmenden dazu befähigt, eigene Haltungen, Positionen, Wissensbestände, Positionierungen (kritisch) zu reflektieren und Grundsätze der Antisemitismuskritik einzuüben. Die eingesetzten Methoden orientierten sich am Dialogischen Reflexionsansatz, an einer biografischen und erfahrungsbasierten Selbstverortung, die eigene Eingebundenheit in gesellschaftliche Verhältnisse und eine handlungsbasierte Praxis. In anschließenden Reflexionsrunden werden Seminarthemen und deren pädagogische Ziele auf einer didaktischen Ebene ausgelotet und eingeordnet.

Das Angebot richtet sich an interessierte Stipendiat*innen unterschiedlichster Studienwerke, die sich dem Einsatz gegen Antisemitismus an Hochschulen und im Studium verschrieben sehen. 

Die Basisschulung findet im Rahmen des Projekts »MpAct!« im Rahmen des Aktionsprogramms »Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus und für eine plurale Gesellschaft« des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks statt.

Referent*innen: Jana Scheuring, Lea Güse (Kompetenzzentrum) und eine Kollegin von OFEK e.V.

Seminar »Antisemitismus als Erfahrung und Struktur«

Daten:  

Di., 01.04.2025, 09-17 Uhr 
Mi., 02.04.2025, 09-17 Uhr 
Do., 03.04.2025, 09-14 Uhr  

Anmeldung: Studierende der Universität Bamberg können sich für die Veranstaltung ab dem 17.02. über FlexNow anmelden. Weitere Informationen hier  

Antisemitismus ist in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen und stellt für Jüdinnen_Juden eine alltagsprägende Konstante dar. Die vom Unabhängigen Expertenkreis Antisemitismus 2018 festgestellte Perspektivendivergenz in der Wahrnehmung und Einordnung von Antisemitismus ist von zentraler Bedeutung. So trägt die nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft, zumeist ungewollt, zur Aufrechterhaltung antisemitischer Strukturen bei. Antisemitismuserfahrungen werden wiederholt bagatellisiert, entideologisiert und umgedeutet, was einem wirksamen antisemitismuskritischen Handeln entgegensteht.   

Die Veranstaltung thematisiert Kontinuitäten, Brüche, Leerstellen, Funktionen und Wirkungen des Gegenwartsantisemitismus. Sie sensibilisiert für ein erweitertes Verständnis von Antisemitismus als historisch angelegtes Gewalt- und Ungleichheitsverhältnis.    

Leitend für die Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Veranstaltung sind dabei Grundsätze und Qualitätskriterien antisemitismuskritischer Bildung. Die Teilnehmenden  haben die Gelegenheit, das eigene Verhältnis zu Antisemitismus zu reflektieren und sich mit eigenen Wissensbeständen und Positionierungen auseinanderzusetzen. Zugleich bietet das Seminar die Gelegenheit, konkrete institutionelle Ausformungen des Antisemitismus in den Blick zu nehmen. 

Das Seminar wird innerhalb des Zusatzstudiums Antisemitismuskritische Bildung im Grundlagenmodul Antisemitismuskritische Bildung der Universität Bamberg umgesetzt.  

Referent*innen: Romina Wiegemann und Alexander Vasmer (Kompetenzzentrum) 

Fortbildung »Umgang mit Antisemitismus in Forschung und Lehre«

Anmeldung: Eine Anmeldung ist für das Hochschulpersonal aus Wissenschaft und Lehre der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel über den Katalog möglich.     

Schon vor dem 7. Oktober berichteten viele Studierende und Lehrende von Antisemitismus an Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland. Doch seit dem 7. Oktober hat sich Antisemitismus an vielen Universitäten nochmals erheblich verschärft. Viele Juden_Jüdinnen erwägen ihr Studium abzubrechen oder die Universität als Arbeitsplatz aufzugeben.   

Nicht wenige Lehrende fragen sich nunmehr, wie sie mit Antisemitismus in eigenen Lehrveranstaltungen umgehen sollen. Gerade wenn es um Antisemitismus im Kontext des sogenannten Nahostkonflikts geht, fühlen sich viele unsicher. Was ist israelbezogener Antisemitismus? Was für Grenzen setzt das Neutralitätsgebot?   

Auf der eintägigen Fortbildung haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich selbstreflexiv und dialogorientiert mit Antisemitismus in Forschung und Lehre auseinanderzusetzen. Mittels selbst- und gesellschaftsreflektierender bzw. praxisorientierter Methoden werden Impulse für einen wirksamen Umgang mit Antisemitismus an Universitäten gesetzt, bei dem der Schutz von Betroffenen im Vordergrund steht. Neben der Arbeit mit konkreten Fällen, umfasst die Fortbildung weitere interaktive Übungen. Wir begreifen Antisemitismus nicht nur als ein Problem der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften, sondern möchten alle Hochschullehrenden zur Auseinandersetzung einladen. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.  

Der Workshop findet in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt.  

Referent*innen: Alexander Vasmer und Lea Güse (Kompetenzzentrum)  

Fachveranstaltung »Antisemitismus – eine Herausforderung für die Kita? Fachveranstaltung für Kitaleitungen«

Anmeldung: Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 12. März 2025 per Mail an: veranstaltung@annefrank.de. Geben Sie dabei Ihren Namen, Ihre Institution und Ihre Funktion an.

Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich speziell an Kitaleitungen. Sie bietet Raum für Impulse zur antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Praxis, die Entwicklung neuer Perspektiven und den Austausch über pädagogische und institutionelle Handlungsspielräume. 

Zur Fachveranstaltung: Die frühe Bildung folgt in ihrer Ausrichtung unter anderem den Kinderechten und dem Anspruch des diskriminierungsfreien Aufwachsens aller Kinder. So ist es wichtig, dass Fachkräfte auch den Umgang mit Antisemitismus in ihr Professionsverständnis integrieren, damit Kitas auch für jüdische Kinder und ihre Familie sicherer werden. 

Allerdings erschließt sich die Notwendigkeit Antisemitismus als Herausforderung für die Arbeit in Kindertagesstätten zu betrachten, oftmals nicht auf den ersten Blick. Antisemitismus wird gesellschaftlich oft übersehen, als unbedeutend abgetan oder von einer nicht-jüdischen Mehrheit ausschließlich mit dem Nationalsozialismus und der Shoah in Verbindung gebracht. Diese Perspektive blendet jedoch aus, dass Antisemitismus – bewusst oder unbewusst – auch in der Gegenwart wirkt und alle an und in Kita Beteiligte darin involviert sind.  

Workshop »Antisemitismus in Kindertagesstätten«, 10.30 – 15.15 Uhr, mit Romina Wiegemann und Lea Güse

Im Workshop, beschäftigen wir uns mit den Fragen: 

  • Was ist Antisemitismus? 
  • Wie zeigt sich Antisemitismus in der Kita? 
  • Wie wird mit Antisemitismus in der Kita umgegangen? 
  • Inwiefern werden die diversen Lebenswelten jüdischer Kinder berücksichtigt?  

Antisemitismus in Kindertagesstätten ist eine vielschichtige Herausforderung, der noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erfahrungen aus der Bildungsarbeit und der Beratung von betroffenen Familien weisen darauf hin, dass ein antisemitismus- und diskriminierungskritischer Blickwinkel auf die Einrichtungen frühkindlicher Bildung, der alle daran Beteiligten (Kita- und Trägerleitungen, Erzieher*innen, Eltern und Kinder) miteinschließt, dringend erforderlich ist. 

Antisemitismus zeigt sich in der Kita nicht nur in Form institutioneller Ein- und Ausschlusspraktiken, sondern tritt auch als bewusst und unbewusst wirkendes Gewaltverhältnis zu Tage. In der Identitätsentwicklung jüdischer Kinder spielen diese frühen Lebensjahre, in denen sie sich erstmalig Fragen nach Repräsentation, Differenz, Zugehörigkeit und Sicherheit stellen, eine entscheidende Rolle.
Das Angebot bietet Fach- und Führungskräften aus Kindertageseinrichtungen die Gelegenheit einer antisemitismuskritischen Reflexion der bisherigen Arbeitsformen, mit dem Ziel, die pädagogischen und institutionellen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und Perspektiven der von Antisemitismus betroffenen Kinder und Familien in den Mittelpunkt zu stellen. 

Zu der Fachveranstaltung »Antisemitismus – eine Herausforderung für die Kita?« lädt das Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Anne Frank Zentrum, dem ANOHA – die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin, dem Institut Kinderwelten, dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) und der Beratungsstelle OFEK e. V. alle interessierten Kitaleitungen ein. 

Referent*innen Workshop: Romina Wiegemann und Lea Güse (Kompetenzzentrum) 

Workshop »Antisemitismus? Gibt´s hier nicht! Oder etwa doch?«

Datum: 03.04.2025 und 04.04.2025, 09:30 – 17:00 Uhr und 09:00 – 16.30 Uhr

Anmeldung: für Lehrkräfte aus Rheinland-Pfalz ist hier möglich.   

Antisemitismus manifestiert sich tagtäglich in unterschiedlichen Erscheinungsformen. In der Schule, so zeigen es auch aktuelle Studien des Kompetenzzentrums, offenbart sich Antisemitismus als systemische Herausforderung und bleibt dennoch oftmals unbearbeitet. Ein professioneller Umgang muss daher mehr umfassen als eine schüler*innenzentrierte Problematisierung. Das im Zentrum der Fortbildung stehende Unterrichtsmaterial bietet Lehrer*innen daher einerseits die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung und Einordnung von Antisemitismus zu schärfen und die individuelle Interventionskompetenz zu erweitern. Andererseits bietet das Unterrichtsmaterial auch die Chance, Antisemitismus anhand von konkreten Fällen mit Schüler*innen besprech- und bearbeitbar zu machen. Die Funktionen von Antisemitismus und seine Wirkung auf Betroffene, insbesondere im Kontext Schule, stehen dabei im Vordergrund. Die 1,5 tägige Fortbildung bietet den Teilnehmer*innen eine kompakte Möglichkeit, das Unterrichtmaterial (entwickelt vom Kompetenzzentrum und dem German Desk der International School of Holocaust Studies Yad Vashem) kennenzulernen und mit Qualitätskriterien vertraut zu werden, die für eine professionelle Anwendung mit den Schüler*innen essenziell sind. Das Unterrichtsmaterial wird für den Einsatz ab der 8. Klassenstufe empfohlen. 

Die Fortbildung findet in Kooperation mit dem ILF – Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung in Mainz statt. 

Referent*innen: Romina Wiegemann und Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)

Fortbildung »Verwaltung für alle – Diversitätsorientiertes Arbeiten in Verwaltungen stärken«

Anmeldung: Die Fortbildung ist nicht öffentlich.  

Das Seminar nimmt die Pluralität unserer Gesellschaft in den Blick und thematisiert vorhandene Ungleichheiten und Konfliktlinien. Gemeinsam mit Mitarbeitenden in Verwaltungen wenden wir uns diesen Herausforderungen zu und wollen auf der persönlichen und strukturellen Ebene Antworten finden. Mitarbeitende in Verwaltungen sind durch ihren Arbeitsalltag und ihrer Rolle als Verantwortliche, Initiatoren, Entscheidungsträger und Ansprechpersonen für sehr unterschiedliche und teilweise auch marginalisierte Gruppen direkt im Kontakt mit gesellschaftlichen Konfliktfeldern und erleben deren Auswirkungen oftmals sehr direkt. Für die Entwicklung einer differenzsensiblen und diskriminierungskritischen Praxis braucht es Zeit und Raum, um die eigene Herangehensweise, die vorhandenen Angebote, Abläufe und Strukturen wertschätzend und selbstkritisch in den Blick zu nehmen und mit den Bedarfen der unterschiedlichen Zielgruppen in Einklang zu bringen. 

Inhalte 

Ein zentraler Schwerpunkt diversitätsorientierter Arbeit in Verwaltungen ist die Etablierung eines diskriminierungssensiblen Raums, der offen steht für alle Kundinnen und Kunden, Rat- und Unterstützungssuchenden, Antragstellenden aber auch für die Mitarbeitenden selbst unabhängig bspw. von ihrer Religion, Herkunft, ihren körperlichen Fähigkeiten, ihrer Geschlechtsidentität oder ihrer sexuellen Orientierung. Wie genau dies erreicht werden kann und was Mitarbeitende in Verwaltungen, aber auch Verwaltungen als öffentliche Institutionen selbst dafür brauchen, wird im Seminar besprochen. 

Seminarziele: Sie können nach dem Seminar … 

  • Verständnis von Diversitätsorientierung im Hinblick auf eigenes Arbeitsfeld und Zielgruppen entwickeln sowie Fragen zur Gewährleistung von Diskriminierungsschutz formulieren 
  • unterschiedliche Lebenslagen, Ausgangsbedingungen und Ausgrenzungserfahrungen von Kundinnen und Kunden in der Verwaltungsarbeit wahrnehmen sowie einseitige Bilder und Zuschreibungen, die mit diesen Lebensrealitäten oftmals verknüpft werden, erkennen 
  • Ressourcen, Fähigkeiten und Strategien von Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitenden im Hinblick auf gesellschaftliche Pluralität in den Blick nehmen und unterstützen 
  • die eigenen professionellen Handlungsoptionen erweitern sowie individuelle und strukturelle Hindernisse von Diversitätsorientierung identifizieren 

Methoden 

Aufstellungsmethoden, Kollegiale Fallberatung, Kleingruppenarbeit, Diskussionen, Einsatz von Medien 

Die Fortbildung ist eine Kooperation des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung im Rahmen des Projekts »Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen« und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit »DenkBunt«. 

Referent*in: Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)

Fortbildung »Diversitätsorientierte Jugendarbeit – Gesellschaftlicher Pluralität in der Kinder- und Jugendhilfe gerecht werden«

Anmeldung: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.  

Der Bildungsbaustein nimmt die Pluralität unserer Gesellschaft sowie die darin vorhandenen Ungleichheiten und Konfliktlinien in den Blick. Wir fragen gemeinsam mit den Fachkräften der Jugend- und Sozialarbeit danach, was bestärkende individuelle und strukturelle Antworten auf diese Herausforderungen sein können. Pädagog*innen in der Kinder- und Jugendhilfe sind durch ihre Zielgruppen und Arbeitsaufträge sehr direkt und unvermittelt mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Ungleichverhältnissen konfrontiert, hierzu gehört auch das Erleben und der Umgang mit Diversität im persönlichen wie im beruflichen Umfeld. Für die Entwicklung einer differenzsensiblen und diskriminierungskritischen Praxis braucht es Zeit und Raum, um die eigene Herangehensweise, die vorhandenen Angebote und Strukturen wertschätzend und selbstkritisch in den Blick zu nehmen und mit den Bedürfnissen und Bedarfen der Klient*innen immer wieder in Einklang zu bringen. 

Inhalte 

Angesichts gesellschaftlicher Zuspitzungen und Konflikte stellt sich die Frage einer stärkeren Diversitätsorientierung und eines wirksamen Diskriminierungsschutzes. Fragen wie: In welcher Weise kann es uns gelingen ein diskriminierungsarmes und wertschätzendes Klima in unserer Einrichtung zu etablieren? Wie können wir Diskriminierung und Gewalt vorbeugen und alle Beteiligten darin stärken, dieses Klima zu erhalten? Wie können Gruppenidentitäten und individuelle Besonderheiten aller Klient*innen einbezogen werden? Wie können bestimmte Zielgruppen besser erreicht und wie können die Angebote besser auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten werden? 

Ein zentraler Schwerpunkt diversitätsorientierter Kinder- und Jugendarbeit ist die Etablierung eines inklusiven, diskriminierungskritischen und vor allem bestärkenden Lern- und Lebensumfeld für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig bspw. von ihrer Religion, Herkunft, ihren körperlichen Fähigkeiten, ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung. Wie genau dies erreicht werden kann und was Fachkräfte, aber auch Einrichtungen dafür brauchen, soll beispielhaft im Seminar besprochen werden. 

Seminarziele 

Sie können nach dem Denk Bunt-Seminar: 

  • Diversität der Zielgruppen anerkennen 
  • gängige Ressentiments, individuelle und strukturelle Hindernisse von Diversitätsorientierung identifizieren 
  • unterschiedliche Lebenslagen, Ausgangsbedingungen und Ausgrenzungserfahrungen der Kinder und Jugendlichen in der eigenen Einrichtung/Arbeitspraxis fokussieren 
  • Ihre jeweiligen Arbeitsformen, Angebote und Ansprachen diversifizieren 
  • Ausgrenzung und Diskriminierung erkennen 
  • Vorfälle identifizieren 
  • Diskriminierungsschutzmaßnahmen anleiten 
  • Intervisionsmöglichkeiten anwenden bzw. planen 
  • Empowerment-Maßnahmen initiieren 
  • Netzwerke bilden bzw. Kooperationspartner suchen, die in diesen Feldern arbeiten und Unterstützung anbieten 

Methoden 

Aufstellungsmethoden, Kollegiale Fallberatung, Kleingruppenarbeit, Diskussionen, Einsatz von Medien, Vorstellung pädagogischen Materials 

Die Fortbildung ist eine Kooperation des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung im Rahmen des Projekts »Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen« und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit »DenkBunt«. 

Referent*innen: Judith Steinkühler (Kompetenzzentrum)